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Aktien: Nicht der ganze Healthcare-Markt ist zu teuer


Kursschwankungen an der Börse

Bis 2030 werden die OECD-Länder im Schnitt voraussichtlich rund 10,2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Gesundheitskosten aufwenden. Der Healthcare-Markt bietet daher viele Chancen für Anleger, meint Rainer Beckmann*.

Ein Blick in die einschlägigen Indizes genügt, um festzustellen, dass nun die richtige Zeit dafür ist, in die Healthcare-Industrie zu investieren. Der MSCI World Health Care Index etwa, der die großen und mittelgroßen Segmente in 23 Ländern mit entwickelten Märkten erfasst, hat in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich knapp 15,5 Prozent zugelegt. Damit lässt seine Index-Performance den MSCI World seit Jahren deutlich hinter sich.

Nicht nur auf Big-Player achten

Allerdings sind nicht nur die Big-Player interessant. Anleger sollten sich vielmehr den gesamten Healthcare-Markt anschauen. Dort gibt es noch wahre Perlen.

Wenn man sich beispielsweise den Aktienkurs der NanoRepro AG (ISIN: DE0006577109) aus Marburg anschaut, ist dieser stark unterbewertet. Das Unternehmen hat sich über die Jahre zu einem breit aufgestellten Entwickler, Hersteller und Vertreiber von medizinischen Schnelltests entwickelt. Es ist davon auszugehen, dass etwa Corona-Antigentests bis weit ins Jahr 2022 gebraucht werden. Nanorepro wird einer der Hauptnutznießer sein.

Zuletzt hat die Viromed Unternehmensgruppe Anteile an der NanoRepro AG erworben. Es ist sogar geplant, die Mehrheit an dem Unternehmen zu erlangen. Für 2023/24 strebt die Viromed Unternehmensgruppe einen konservativ geschätzten Umsatz von weit über einer Milliarde Euro an. Das wird NanoRepro weiter beflügeln. Gegebenenfalls wird Viromed durch die Einbringung solcher Spartenumsätze an die Börsen gehen und ein „kaltes“ IPO hinlegen.

Formycon AG will umsatzstarke Biopharmaka ersetzen

Eine interessante Nische sind Generika beziehungsweise Biosymilars, wie sie die Formycon AG (ISIN: DE000A1EWVY8) aus München entwickelt. Das Unternehmen arbeitet daran, die derzeit drei weltweit umsatzstärksten Biopharmaka zu ersetzen. Darüber hinaus arbeitet Formycon an einem Produkt, das das Eindringen von Corona-Viren in die menschlichen Zellen verhindert. Es wäre ein Ersatz oder eine Ergänzung zu den Corona-Impfstoffen. Der Start der klinischen Prüfung ist voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022. Das Biosimilar Lucentis von Formycon befindet sich zur Zulassung durch die US-amerikanischen Behörde FDS in der Beantragungsphase.

„Wir glauben, SARS-CoV-2 wird dauerhaft eine Bedrohung für die Gesundheit vieler Menschen sein“, sagte Formycon-CEO Carsten Brockmeyer. Eine Herdenimmunität scheine angesichts schwindender Wirksamkeit von Impfstoffen und Antikörpern und der zunehmenden Anzahl von SARS-CoV-2 Varianten unrealistisch.

Die Aktie steht aktuell bei rund 53,50 Euro. Das ist äußerst günstig, wenn man sich die Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens anschaut.

*Der Autor: Rainer Beckmann, Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf.

Bitte beachten Sie: Gastbeiträge geben nur die persönliche Meinung des Autors wieder und dienen nur der allgemeinen Information. Sie bieten keine verbindliche Prognose und können eine individuelle Vermögensberatung nicht ersetzen.

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