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Nur drei von zehn aktiv gemanagten Fonds besser als die Aktienmärkte

von André Gieße

Scope, Aktiv-versus-Passiv-Studie 2021, Aktienfonds
Foto: Scope-Analysis

Die Ratingagentur Scope hat untersucht, wie sich Fondsmanager im Jahr 2021 gegenüber einem jeweiligen Vergleichsindex an der Börse geschlagen haben. Die Erfolgsquote hat sich deutlich verschlechtert.

Nur rund ein Drittel der aktiv gemanagten Aktienfonds hat es 2021 geschafft, die Wertentwicklung passiv börsengehandelter Indexfonds (ETFs) zu übertreffen. Das zeigt eine Studie der Ratingagentur Scope. Im vergangenen Jahr konnten demnach 582 von über 2000 betrachteten aktiven Fonds aus acht untersuchten Gruppen die Performance des jeweiligen Vergleichsindex übertreffen. Gemessen wurde die Rendite stets im Verhältnis zu bedeutenden Aktienindices des Finanzdienstleisters MSCI.

Damit betrug die Quote aller aktiven Fonds, die besser als der breite Aktienmarkt beziehungsweise als ETF auf die großen internationalen MSCI-Indices abgeschnitten haben, laut Scope lediglich 29,1 Prozent. Das sei ein Rückgang um fast 17 Prozentpunkte gegenüber ihrer vorherigen Studie zum Jahr 2020, so die Analysten. Damals lag die sogenannte Outperformance-Ratio – also der Anteil der aktiv gemanagten Fonds, der den Vergleichsindex ihrer Kategorie übertreffen konnte – bei 46 Prozent.

Als Gründe für die schwächeren Verläufe nannten die Marktbeobachter unter anderem die neuen Mutationen des Coronavirus, erratische Kurswechsel in der Politik und unerwartete Ankündigungen der Währungshüter. Spätestens das Aufkeimen nachhaltiger Inflationssorgen gepaart mit geplanten Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank Fed ließen demnach die Volatilität bei Wachstumstiteln steigen, was an der Börse ein Schwenk hin zu den Corona-Verlierern wie Industriewerten bedeutete.

Je weniger China-Aktien, desto besser

Allerdings gibt es Unterschiede: Der aktuellen Scope-Studie zufolge ist die Erfolgsquote aktiver Fonds nur in vier Kategorien zurückgegangen. Das liege daran, dass sich die drei größten Vergleichsgruppen verschlechtert hätten, hieß es: „Aktien Nordamerika, Europa und Welt“. Am besten schnitten aktive Fonds in der Kategorie „Aktien Asien Pazifik ex Japan“ ab. Im Jahr 2021 schlugen 62,5 Prozent davon den Vergleichsindex MSCI AC Asia Pacific ex Japan, weil sie weniger China-Aktien enthielten. Wegen politischer Unsicherheiten befinden sich chinesische Titel seit mehreren Monaten unter Druck.

In der Betrachtung über fünf Jahre schafft es weiterhin nur eine Minderheit von 451 aktiven Fonds, ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Die Analysen über einen langfristigen Zeitraum haben nach Angaben von Scope eine zunehmend geringere Outperformance-Ratio ergeben. Umgekehrt erzielen passive Indexfonds, die den breiten Markt genauer nachbilden, häufig bessere Wertentwicklungen. Diese ETFs haben zudem geringere Gebühren als die aktiv verwalteten Pendants. Der Vorteil beträgt gut 1,0 bis 1,5 Prozent pro Jahr der Investitionssumme. Hinzu kommen mögliche Ausgabeaufschläge.

Unterschied zwischen aktiven Fonds und passiven ETFs
Bei aktiven Investmentfonds kümmern sich Spezialisten um die Auswahl und den Handel der Aktien. Sie lassen Unternehmenszahlen und Marktentwicklung dabei in die Kauf- oder Verkaufsentscheidungen einfließen und schichten den Bestand regelmäßig um, wenn sie Chancen oder Risiken sehen. Anders bei passiven Exchange Traded Funds (ETFs). Diese bilden automatisch den Verlauf eines Aktienindex nach, zum Beispiel des deutschen Börsenbarometers DAX. Transaktionen finden bei ETFs nur statt, wenn sich auch am Benchmark-Index etwas verändert.
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