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Platzt bald die Immobilienblase?


Haus in Immobilienblase

Seit Jahren steigen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland. Nun warnen wichtige Finanzinstitute des Landes potenzielle Investoren vor einem möglichen Ende dieses Trends. Gibt es eine Blase am Immobilienmarkt?

Trotz der Wirtschaftskrise: Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind auch im Corona-Jahr 2020 stark gestiegen. Marktbeobachter hatten in der Corona-Krise mit Millionen Kurzarbeitern und zunehmender Arbeitslosigkeit zumindest damit gerechnet, dass diese Entwicklung etwas ausgebremst wird. Doch an wichtigen Rahmenbedingungen hat sich bislang nichts geändert. Analysten der staatlichen KfW-Bank warnen angesichts des erneuten Preisauftriebs in aktuell unsicheren Zeiten vor einer Blase am Immobilienmarkt, die platzen könnte.

Potentielle Investitionen genau prüfen

Ärztinnen und Ärzte, die aufgrund des Zinstiefs eine alternative Geldanlage in Betongold erwägen, sollten die jeweiligen Standorte und Objekte für Investitionen deshalb genau anschauen. „Es wäre Spekulation, in ohnehin schon teuren Städten auf weitere Steigerungen der Wohnungspreise und Mieten zu setzen. Angebracht wäre stattdessen, auch mögliche Rückgänge einzukalkulieren“, heißt es im Marktbericht der Förderbank aus dem Monat März.

Die aktuelle KfW-Analyse kann zwar hinsichtlich eines bevorstehenden Endes der Rallye am deutschen Wohnimmobilienmarkt immer noch Entwarnung geben. Die Indizien für regionale Spekulationsblasen hätten aber erheblich zugenommen – und damit auch die Risiken für Preisrückgänge. Demnach dürften sich Investoren vielerorts verkalkulieren und Tausende Euro zu viel bezahlt haben. Als überhitzte Großstädte nennen die Experten unter anderem Berlin, Frankfurt am Main, München und Stuttgart. „Auch in strukturschwachen Regionen könnten die Immobilienpreise erheblich sinken“, heißt es weiter.

Diese Faktoren sind 2021 ein Risiko für den Immobilienmarkt

Als wesentliche Gründe für ein mögliches Ende des Immobilienbooms nennt KfW-Research eine nachlassende Zuwanderung nach Deutschland und in die Ballungszentren sowie ein größeres Angebot an Wohnraum durch Neubau. Neben der Corona-Krise beeinflusst auch die zunehmende Digitalisierung den Markt: Arbeitskräfte, Studenten und Auszubildende könnten vermehrt auf weniger teure Wohnstandorte ausweichen, so ein Szenario. Der Trend zum Homeoffice und der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen für das Internet dürften eine solche Entwicklung beschleunigen.

Zwischen den Jahren 2004 und 2019 seien die Durchschnittspreise für Wohneigentum in Deutschland um fast 70 Prozent gestiegen. Gleichzeitig seien jedoch die verfügbaren Einkommen um 41 Prozent gewachsen und die Bauzinsen bei Darlehen von 4,7 auf 1,5 Prozent gesunken. Der Immobilienkauf sei deshalb im bundesweiten Schnitt erschwinglich geblieben. Auch Indikatoren wie die Entwicklung der Kreditvergabe sprechen demnach eher gegen eine spekulativ getriebene Preisblase.

Auch die Bundesbank warnt

Trotzdem macht auch die Bundesbank Anzeichen aus, dass die markanten Preisübertreibungen auf den städtischen Wohnungsmärkten während der Pandemie zugenommen haben. Der Trend zu überhöhten Immobilienpreisen vor allem in deutschen Metropolen habe sich 2020 leicht verschärft, schrieb die Notenbank in ihrem Februarbericht. „Aktuellen Schätzergebnissen zufolge lagen die Preise in den Städten nach wie vor zwischen 15 Prozent und 30 Prozent über dem Wert, der durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist.“ Auch in vielen ländlichen Regionen verteuerten sich Häuser und Wohnungen zunehmend.

Immobilienpreise sind 2020 im Schnitt um 7,4 Prozent gestiegen
Käufer von Wohnungen sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern mussten nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes im Corona-Jahr 2020 durchschnittlich 7,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor.

  • Teurer wurde es demnach nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Land. Allein im vierten Quartal stellte Destatis insgesamt einen Preisanstieg von durchschnittlich 8,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum fest.
  • Dies war laut Destatis der stärkste Zuwachs in einem Vierteljahr seit dem Schlussquartal 2016 mit damals durchschnittlich 8,4 Prozent.
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