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Investmentsteuergesetzreform: Ab 2018 Abgeltung für alle

von A&W Online

Interview:

Qualität ist wichtiger als die Herkunft“

Finanzexperte Stephan Witt vom Berliner Vermögensverwalter FINUM.Private Finance AG erklärt, warum ausländische Fonds ab 2018 noch einfacher im Depot zu integrieren sind.

Brauchen normale Anleger überhaupt ausländische Fonds im Depot?

Stephan Witt: Es kommt bei Fonds in der Regel nicht so sehr auf das Herkunftsland an, sondern auf die Qualität des Managements. Viele Bereiche können mit inländischen Produkten abgedeckt werden, aber oft gibt es auch für einzelne Segmente Spezialisten aus dem Ausland, die mehr Erfahrung, einen besseren Marktzugang oder aufgrund der Größe günstigere Konditionen anbieten können.

Werden diese Produkte durch die Neuregelungen attraktiver?

Witt: Nachdem ausländische Fonds auch separat ihre Steuern bezahlen werden, wird es für Anleger einfacher. Gerade bei thesaurierenden Fonds, die Erträge nicht ausschütten, sondern direkt wieder anlegen, ist es bisher relativ kompliziert das in der deutschen Steuererklärung korrekt anzugeben, um nicht bei einem späteren Verkauf doppelt besteuert zu werden. Das entfällt ab dem Jahr 2018 und ausländische Fonds sind ab dann so einfach zu behandeln wie inländische.

Ist die Besteuerung auf Fondsebene nicht ein Grund, alle Fondsanteile zu verkaufen?

Witt: Ganz sicher nicht, denn warum sollte ein Anleger nur wegen der Besteuerung seine komplette Anlagestrategie ändern? Bei Altbeständen würde das sogar zum Verlust des Freibetrags führen. Aber es macht immer Sinn, die Performance eines Fonds im Auge zu behalten. Wer keine positive Wertentwicklung einbringt, kann auch nicht von Steuerprivilegien profitieren.

Trifft die Neuregelung der Fondsbesteuerung nicht nur Millionäre?

Witt: Das Auslaufen der Abgeltungssteuerausnahme für vor dem Jahr 2009 gekaufte Fonds trifft durch den hohen Freibetrag tatsächlich erstmal eher die großen Depots. Die Besteuerung auf Fondsebene und die Teilfreistellung werden dagegen viele Anleger spüren insbesondere die, die bisher im Rahmen ihres Freibetrags keine Abgaben leisten mussten. Auch innerhalb von Renten- und Lebensversicherungen ist noch nicht abschließend geklärt, wie die dort nicht greifende Teilfreistellung zumindest bei Riester- und Rürup-Produkten in der Praxis ausgeglichen wird. (Florian Junker)

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Author's imageIlias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib
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