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Medizinklimaindex: Hausärzte mit Zukunftssorgen, Fachärzte optimistisch


Ärztin überreicht Patientin ein Rezept

Laut Medizinklimaindex schätzt die Mehrheit der niedergelassenen Ärzte, Zahn­ärzte und Psychologischen Psy­chotherapeuten in Deutschland  ihre wirtschaftliche La­ge trotz bestehender Pandemie als „befriedigend“ ein. Ein weiteres Drittel sieht sie sogar „positiv“. Um die Zukunft machen sich aber vor allem Hausärzte große Sorgen.

Der Medizinklimain­dex (MKI) befragt halbjährlich ambulant tätige Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Aussichten auf die kommenden sechs Monate. Ergebnis der Frühjahrs-Umfrage 2021: Die aktuelle Stimmung und die Prognosen der Mediziner sind nur geringfügig pessimis­tischer als im Herbst 2020 – und das, obwohl das Ende der dritte Welle der Covid-19-Pandemie noch lange nicht in Sicht ist.

Der Medizinklimain­dex (MKI) sank seit der vorherigen Erhebung nur um drei Punkte auf einen Wert von -1,4. „Damit liegt er nun auf dem Niveau, das wir auch in den zwei Jahren vor der Pandemie beobachtet haben“, erklärt Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit.

Stimmung der Ärzte seit Herbst weitgehend stabil

Tatsächlich: So optimistisch zeigten sich die Ärzte schon lange nicht mehr. Als im vergangenen Mai die erste Welle der Covid-19-Pandemie durch Deutschland rollte, brach der MKI um 22,8 Punkte ein. Er verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Beginn der Erhebung vor 15 Jahren. „Von derart heftigen Reaktionen ist bei den Ärzten trotz einer diskutierten dritten Welle derzeit nichts zu spüren“, bilanziert Obermann. Nach der deutlichen Erholung im vergangenen Herbst habe sich die Lage stabilisiert.

So sind insgesamt 51,8 Prozent der Befragten mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage zumindest zufrieden. 33,3 Prozent bezeichnen sie sogar als durchweg positiv. Nur 14,8 Prozent beurteilen die aktuelle wirtschaftliche Lage ihrer Praxis als schlecht.

Hausärzte erwarten deutliche Verschlechterung

Der größte Teil der Befragten (61,9 Prozent) erwartet auch in den nächsten sechs Monaten keine Veränderung des status quo. Nur 8,7 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Dem stehen allerdings 29,7 Prozent der Ärzte und Therapeuten gegenüber, die mit einer Verschlechterung der Lage rechnen.

Bei der Betrachtung der einzelnen Fachgruppen zeigt sich zudem, dass vor allem die Hausärzte ihre wirtschaftlichen Zukunftsaussichten pessimistisch sehen. Bei ihnen erwartet mehr als ein Drittel eine Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten. Insgesamt sank der Medizinklimaindex in dieser Gruppe um 7 Punkte gegenüber der letzten Befragung. „Das ist erheblich mehr als in den anderen Fachgruppen“, so Obermann.

Medizinklimaindex bei Fachärzten im positiven Bereich

Verbessert hat sich dagegen die wirtschaftliche Zuversicht der Fachärzte, die nun wieder im positiven Index-Bereich rangiert. Gegenüber der Befragung im im Herbst 2020 gab es hier mit einem Plus von 6,2 Punkten einen deutlichen Sprung nach oben. So optimistisch zeigen sich die Psychologischen Psychotherapeuten leider nicht: Hier ging es 2,6 Punkte nach unten, gefolgt von den Zahnärzten mit einem Minus von 4,6 Punkten.

Grafik: Stiftung Gesundheit

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