Zum Drucken hier klicken!

- arzt-wirtschaft.de - https://www.arzt-wirtschaft.de -

Kirchensteuer: Wer nach dem Kirchenaustritt trotzdem noch zahlen muss


Hand hält eine Halskette mit einem Kreuz

Kirchenmitglieder zahlen eine spezielle Steuer, die direkt vom FInanzamt erhoben wird. Die Kirchensteuer entfällt erst mit dem Austritt aus der Kirche. Allerdings nicht für alle: Wenn der Ehepartner weiter Mitglied der Religionsgemeinschaft ist, kann sich sein Beitrag sogar erhöhen.

Wer muss Kirchensteuer zahlen?

In Deutschland wird die Kirchensteuer bei Personen, die einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft angehören und ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben, automatisch vom Finanzamt eingezogen. Die beiden größten staatlich anerkannten Kirchen in Deutschland sind die evangelische und die katholische. Die Höhe der Kirchensteuer hängt mit dem Einkommen und mit dem Wohnort zusammen. In Bayern und Baden-Württemberg beträgt sie 8 Prozent der Einkommenssteuer, in den übrigen Bundesländern 9 Prozent.

Wie kann man aus der Kirche austreten?

Wer diese Steuer nicht mehr zahlen möchte, muss aus der Kirche austreten. Der Kirchenaustritt muss bei der zuständigen Stelle persönlich und schriftlich erklärt werden. Je nach Bundesland ist dies das Amtsgericht oder das Standesamt. Die Gründe für seinen Kirchenaustritt muss aber  niemand erklären. Für Kinder unter 12 Jahren können die Eltern den Kirchenaustritt erklären. Ältere Jugendliche müssen dafür hingegen persönlich bei der zuständigen Behörde vorstellig werden. Für die Bearbeitung der Erklärung wird eine einmalige Gebühr erhoben. Beachten sollte man allerdings, dass man sich damit nicht nur die Steuer spart, sondern die Religionsgemeinschaft tatsächlich verlässt.

Ab wann ist der Austritt steuerlich wirksam?

Mit dem Austritt aus der Kirche endet die Pflicht, Kirchensteuer zu zahlen. Der Steuerpflichtige sollte allerdings nicht vergessen, auch eine entsprechende Erklärung an seinen Arbeitgeber abzugeben. Außerdem wird die Kirchensteuer bis zum Tag des Austritts noch erhoben. Man sollte also beim nächsten Steuerbescheid überprüfen, ob das Finanzamt die Kirchensteuer tatsächlich nur für diesen Teil des Jahres, in dem man noch in der Kirche war, berechnet hat.

Nachdem der Arbeitgeber informiert wurde, sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der Kirchenaustritt auch auf der Lohnsteuerkarte vermerkt ist. Ist das nicht der Fall, wird die Kirchensteuer weiter erhoben. Um den Austritt gegebenenfalls nachweisen zu können, sollte man die Bescheinigung der Behörde also gut aufheben.

Wer nach dem Austritt noch Kirchensteuer zahlt

Einer zahlt für zwei

Ein Beispiel: Eine gut verdienende Ärztin ist aus der Kirche ausgetreten. Ihr Ehemann, der als Angestellter ein geringeres Gehalt bekommt, ist weiter Mitglied. Die beiden lassen sich steuerlich gemeinsam veranlagen. Da zur Berechnung des Beitrags an die Kirche das gemeinsame zu versteuernde Einkommen berücksichtigt wird, zahlt der Mann mehr als zuvor. Denn zuvor wurde die Hälfte der Kirchensteuer seiner Partnerin zugerechnet.

Dies gilt allerdings nicht in allen Regionen Deutschlands: Das besondere Kirchgeld verlangen die römisch-katholischen Bistümer außerhalb Bayerns, Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens sowie alle evangelischen Landeskirchen bis auf die bayerische..

Kirchensteuern können als Sonderausgaben geltend gemacht werden

Die gute Nachricht für alle, die noch zahlen müssen: Kirchensteuer ist wie Spenden in voller Höhe steuerlich absetzbar. Sie wird bei den Sonderausgaben geltend gemacht und entsprechend des Steuersatzes gibt es eine Steuererstattung. Ausgenommen ist allerdings die Kapitalertragsteuer, die Banken automatisch einbehalten, sobald der jährliche Freibetrag auf Zins- und Dividendeneinkünfte überschritten ist. Bei der Berechnung berücksichtigt das Geldinstitut die Kirchensteuer automatisch.

Anzeige

Wartezeit für Physiotherapie durch digitale Therapie überbrücken

In der Behandlung unspezifischer Schmerzen in Rücken, Knie oder Hüfte sowie bei Arthrose empfiehlt sich in vielen Fällen eine Physiotherapie. Die Wartezeit bis zum Beginn einer physiotherapeutische... Mehr
Serviceredaktion