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Wann Ärzte ihr Krankentagegeld erhöhen können


Eine Krankentagegeld-Versicherung sollte jeder selbstständige Arzt haben, um im Notfall zumindest einen Teil seiner laufenden Kosten decken zu können. Für die Höhe der Auszahlung sind allerdings nicht die Betriebskosten der Praxis entscheidend.

(dpa/maf) Die Betriebskosten für eine Arztpraxis können steuerlich geltend gemacht werden. Das Nettoeinkommen erhöhen Ärzte durch Abschreibungen allerdings nicht wirklich. Das hat auch Folgen für die Krankentagegeld-Versicherung des Praxisbesitzers.

Höhere Betriebskosten, höhere Auszahlung?

Jeder selbstständige Arzt kann eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen, um sich für den Notfall abzusichern.Schließlich laufen die Kosten für Versicherungen, Lebensunterhalt und die eigene Praxis auch im Krankheitsfall weiter. So mancher Praxisinhaber möchte angesichts der steigenden Betriebskosten auch seinen Versicherungsschutz ausbauen. Den Tagessatz für die Krankentagegeld-Versicherung kann der Arzt aber auf Antrag nur erhöhen, wenn auch sein Netto-Einkommen gestiegen ist.

Eine bloße Steigerung von Betriebskosten oder Abschreibungen reicht für eine Anpassung der Auszahlungssumme hingegen nicht aus. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin und beruft sich dabei auf eine eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: 20 U 170/15).

Betriebliche und persönliche Einkünfte

In dem vor Gericht verhandelten Fall hatte ein selbstständiger Unternehmer eine Krankentagegeld-Versicherung abgeschlossen. Zuletzt belief sich diese auf 215 Euro pro Tag. Dies entsprach Einkünften in Höhe von jährlich 70.400 Euro. Nachdem er seit Anfang 2011 bis über das Jahr 2013 hinaus fast durchgehend krank gewesen war, beantragte er eine Erhöhung seines Krankentagegelds.

Seine Begründung: Abschreibungen für einen neu angeschafften Betriebs-Pkw müssten zum Netto-Einkommen zählen. Auch habe er Grund und Boden verkauft sowie Lebensversicherungsverträge gekündigt und damit ebenfalls sein Einkommen gesteigert. Die Versicherung lehnte die Erhöhung ab, da die Einnahmen zwar betriebliche, aber keine persönlichen Einkünfte seien.

Die Klage des Mannes hatte keinen Erfolg: Das Gericht führte aus, dass es ausschließlich auf die Erhöhung des Netto-Einkommens ankomme. Dies sei das Einkommen, das einem privaten Haushalt nach Abzug aller Steuern und sonstigen Abgaben für den privaten Verbrauch und zur Vermögensbildung zu Verfügung stehe. Betriebliche Abschreibungen zählten nicht dazu, genauso wie Einkünfte aus dem Verkauf von Immobilien oder der Auflösung von Versicherungsverträgen.

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