Umfrage in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Finanzierungslücken bremsen Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft

Ob bei der Speicherung der Patientendaten oder in der medizinischen Diagnostik: Mit dem Ausbau der Digitalisierung könnten im Gesundheitssektor bedeutende Verbesserungen erreicht werden. Wie so oft fehlt es allerdings auch bei diesen Vorhaben meistens an den notwendigen finanziellen Mitteln.

Die Mehrheit der Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern erhofft sich durch eine stärkere Digitalisierung vor allem eine höhere Qualität der Patientenversorgung (71 Prozent der Befragten), effizientere Operationen und Behandlungen (67 Prozent) sowie Kosteneinsparungen (64 Prozent). Doch die Umsetzung der dazugehörigen Digitalprojekte erfolgt bislang nur punktuell: Wie eine aktuelle Rochus-Mummert-Studie zeigt, mangelt es an finanziellen Mitteln (72 Prozent), Unterstützung durch Kostenträger und Politik (64 Prozent) sowie dem passenden Know-how bei Führungskräften (51 Prozent). Befragt wurden rund 360 Führungskräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Elektronische Patientenakte wichtigstes Digitalisierungsinstrument

Dabei werden die technischen Neuerungen sehnsüchtig erwartet: Besonders sinnvoll finden die Studienteilnehmer die Digitalisierung bei der Speicherung von Patientendaten (97 Prozent), der medizinischen Diagnostik (86 Prozent) und der Steuerung des stationären Behandlungsprozesses. Als mit Abstand wichtigstes Digitalisierungsthema gilt die Elektronische Patientenakte, (62 Prozent). 71 Prozent hoffen, ihr Angebot dank Telemedizin erweitern zu können. Eine Mehrheit der Befragten sieht außerdem die „personalisierte Medizin“ auf dem Vormarsch.

Digitalisierungswissen selten Einstellungskriterium

„Die Entscheidungsträger in deutschen Krankenhäusern haben vor allem eine Erwartung an den Einsatz neuer digitaler Techniken: Effizienzsteigerungen in jeder Hinsicht“, sagt Sukumar Munshi, Director Corporate Projects & Innovation bei Tiani Spirit, der als externer Healthcare-IT-Experte die Studie von Rochus Mummert mit betreut hat. „Ein Beispiel für den medizinischen Bereich: Mehr als 80 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass doppelte oder unnötige Untersuchungen und Behandlungen künftig besser vermieden werden können.“ Auch im kaufmännischen Bereich wird das Potenzial gesehen: Dank Digitalisierung werden interne Prozesse und Kostenpositionen verstärkt auf den Prüfstand gestellt, sagen ebenfalls mehr als 80 Prozent.

Um diese Ziele zu erreichen, braucht es allerdings auch die entsprechenden Fachleute. Damit sieht es in Kliniken und Pflegeeinrichtungen bisher eher schlecht aus: Digitalisierungswissen gilt derzeit noch nicht als wichtiges Einstellungskriterium für Leitungspersonal. Selbst Weiterbildungen zum Thema sind bei den meisten Arbeitgebern noch keine Pflicht.

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