Bedarf und Akzeptanz steigen

Finanzwissen: Mit E-Learning auf dem neuesten Stand bleiben

Moderne Finanzierungsinstrumente, Anlagestrategien und die Absicherung für das Alter sind ein Muss. „Mit Finanzinstrumenten können Firmen den Einkauf ihrer Ausstattung und Geräte verbessern, das Rating optimieren und sie erhalten mehr finanziellen Spielraum“, weiß Geldexperte Dirk-Oliver Haller von der Deutschen Finetrading AG.

Beispielsweise ist das weitgehend unbekannte Finetrading eine interessante Methode. Hier kauft ein Zwischenhändler Waren für seinen Kunden und gibt diese mit verlängertem Zahlungsziel an ihn weiter. Das ermöglicht Beschaffern oder wachstumsorientierten Geschäftsführern mehr Flexibilität. Für den niedergelassenen Mediziner können das etwa Rohstoffe für Zahnfüllungen sein oder Verbrauchsmaterialen wie Kanülen oder Schürzen. Also Dinge, die er schnell an Patient oder Kasse weiterberechnen kann. Dass selbst Fachleute Finetrading nicht immer von Factoring und Leasing unterscheiden können, findet Haller kritisch. „Die Praxen lassen sich eine gute Chance auf verbesserte Liquidität entgehen“, sagt der Experte mit zehn Jahren Finanz-Erfahrung im Mittelstand.

Um hier am Puls der Zeit zu agieren und rechtzeitig die richtige Strategie auszuwählen, ist ein breites Wissen von Nöten. So setzen Unternehmen, Steuerberater aber auch selbstständige Mediziner mit eigener Praxis oder angestellte Fachärzte auf flexible E-Learning Module, um den kurzfristigen Wissensbedarf zu bedienen. Das kann begleitend zur herkömmlichen Weiterbildung geschehen oder als selbstständiges webbasiertes Training.

Finanzbranche investiert besonders viel

Das Weiterbildungs-Barometer der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) beweist, dass Finanz- und Versicherungsdienstleister am meisten für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ausgeben. Mit einem Wert von 310.000 Euro liegt das Jahresbudget in der Spitzenposition. So bietet auch das Landesamt für Finanzen Regensburg seinen Mitarbeitern elektronische Weiterbildung. Und bei Bayer lernen die Angestellten in der Bayer Finance Academy am Computer oder Smartphone wie sie mit Geld am besten umgehen.

„Es besteht großer Bedarf an digitaler Bildung“, sagt Christian Wachter vom E-Learning-Entwickler und -Anbieter IMC. Denn die Gegebenheiten und Märkte ändern sich ständig. Wegen mangelnden Wissens bleiben Unternehmen und Selbständige unter ihren Möglichkeiten, glaubt er. „Gut ausgebildetes Personal ist heute einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile“, so der Vorstandsvorsitzende.

E-Learning spart Zeit und Geld

Zudem spart E-Learning Zeit und Geld – auch in Finanzfragen. Beim Online-Bildungsanbieter Edukatico beispielsweise sind zahlreiche Kurse im Angebot. Von Steuerrecht über Anlagestrategien bis hin zu BWL. Aber auch über Personalführung, Geschäftsmodelle und Liquidität können sich Ärzte hier, teilweise auf Hochschulniveau, weiterbilden. Auch bei IMC sind klassische Kurse zur Versicherungsgrundausbildung, zu Buchhaltung, Compliance und Softskills buchbar. Bei der Pink University finden Lernwillige Video-Kurse zu Pricing, Projektmanagement und Verhandlungsstrategien. Beim E-Learning-Riesen Skillsoft sind beispielsweise das Seminar Cashflowmanagement oder „Den Nutzen immaterieller Vermögenswerte erkennen“ spannend. Beim Management Center Europe (MCE) können Mediziner die Finanzen in einem Grundlagenkurs für Nicht-BWLer erlernen.

Für das webbasierte Training zum Thema Körperschaftssteuer, das nicht nur für Steuerberater interessant sein dürfte, bekam IMC sogar einen Award vom eLearning-Magazin. Prämiert wurde das digitale Seminar, das für das Beratungsunternehmen PwC realisiert wurde, weil es trüben Finanz-Stoff attraktiv rüberbringt. Nämlich in Form eines Agenten-Spiels. Zu Beginn des Trainings erfährt der Lerner in einem Trailer im Blockbuster-Style mit imposanten Bildern und ausgeklügeltem Sounddesign seine Finanz-Mission. Um sie zu lösen kann er in der virtuellen Welt wie im echten Leben mit Kollegen sprechen, durch verschiedene Räume navigieren und Informationen sammeln. Immer wieder müssen kleine Aufträge in Agenten-Manier gelöst werden, für die es Punkte und Abzeichen gibt. Am Ende des Spiels gilt es den kritischen Betriebsprüfer zufriedenzustellen, der kontrolliert, ob auch wirklich alle Steuerangaben korrekt sind.

Dröge Finanz-Inhalte spannend vermittelt

„Bei um „Gamification-Elemente“ ergänzten Lerninhalten nimmt das Gehirn das Lernen gar nicht als solches wahr“, sagt Wachter. So wird digitale Bildung leichter verdaulich, als Fachliteratur in Buchform. Ein gut gemachtes webbasiertes Training arbeitet mit Grafiken, drag & drop oder kurzen Videos, um den drögen Finanz-Inhalt zu vermitteln. „Bis zu 60 Prozent der Seminarkosten und zwei Drittel der Lernzeit sparen moderne digitale Angebote heute ein“, bekräftigt Wachter.

Wer sich digital weiterbildet, sollte auf mobil abrufbare Angebote achten. So ist jede Arbeitspause auf Wunsch auch Lernpause und die Zeit im Zug oder Flieger sind gut genutzt. Moderne Lernprogramme sind außerdem in Häppchen unterteilt, die Lern-Nuggets. Das macht häufige Unterbrechungen und kurze Lerneinheiten möglich. Wer als E-Learning-Anbieter etwas auf sich hält, stellt die Inhalte außerdem auch offline zur Verfügung. So kann weitergelernt werden, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist oder das WLAN keinen guten Empfang hat.

Übrigens: Natürlich gibt es E-Learning auch für den medizinischen Bereich. Von Hygienevorschriften bis zu medizinischem Recht. Selbst Operationsmethoden können sich Mediziner mit virtueller Brille oder animierter Realität Schritt für Schritt zeigen lassen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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