Drohender Totalverlust

Trotz angeblicher Super-Zinsen: Finger weg von Nachrang-Darlehen!

Zurzeit häufen sich Fälle, in denen zwielichtige Berater hochriskante Produkte verkaufen wollen. Davor können Sie sich aber schützen.

Die windigen Vermittler gehen meist gleich vor. Sie rufen bei Besitzern von sicheren Anlagen an und offerieren einen Vermögens-Check. Dabei versuchen sie dann, die Kunden aus sicheren Anlagen wie eine laufende Lebensversicherung zu drängen. Sie raten zur Kündigung, um das ausgezahlte Geld in qualifizierte Nachrang-Darlehen zu stecken. Denn damit ließen sich angeblich fünf bis zehn Prozent Zinsen machen.

Doch das Angebot hat mehrere Haken. Zum einen erleidet man erhebliche Verluste, wenn man Lebensversicherungen kündigt. Zum anderen warnt sogar die Bafin vor Nachrang-Darlehen. Sie sind für kriselnde Unternehmen ein beliebtes Instrument, Geld einzusammeln, um eine Insolvenz abzuwenden. Die Kundengelder werden dabei als verzinstes Darlehen an private Firmen weitergereicht. Geht das Unternehmen bankrott, droht der Totalverlust. Denn bei einer Pleite werden diese Darlehen nachrangig bedient. Das heißt: Geld gibt es nur, nachdem alle anderen Gläubiger-Forderungen bedient wurden.

Grundsätzlich sollte man bei diesen Anlageformen bedenken, dass man dem Unternehmen zwar ein Darlehen gibt, an diesem aber trotzdem nicht als Gesellschafter beteiligt ist. Man hat also keinen Einfluss auf die Geschäfte und auch keinen ausreichenden Einblick in die Geschäftsentwicklung des Unternehmens, warnt die Bafin: „Diese Intransparenz stellt für den Anleger ein enormes Risiko dar.“ Der Anleger spekuliert auf das wirtschaftliche Überleben des Unternehmens, ohne dass ihm die Informations- und Kontrollrechte eines Gesellschafters zustünden. „Anleger sollten sich durch die versprochenen Erträge daher nicht blenden lassen, sondern müssen vorsichtig sein. Nur, wer den Verlust des eingesetzten Kapitals tragen kann, sollte überhaupt in solche Anlagen Geld investieren“, so die Experten der Bafin.

Noch kritischer: qualifizierte Nachrang-Darlehen

Besonders übel kann es Anleger erwischen, die sich auf einen sogenannten qualifizierten Nachrang einlassen. Den hier steht „qualifiziert“ keinesfalls für eine besonders gute Anlagequalität. Vielmehr bedeutet ein qualifiziertes Nachrang-Darlehen, dass der Anleger sein Kapital genau wie ein Gesellschafter auch dann im Unternehmen lassen muss, wenn dieses in eine wirtschaftliche Schieflage gerät.

In der Praxis bedeutet das: Der Darlehen-Geber darf seine Ansprüche also nicht geltend machen, solange die einen Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens darstellen. Das Unternehmen kann das Kapital des Anlegers zugunsten anderer Gläubiger aufbrauchen, ohne Insolvenz anmelden zu müssen. Erst wenn die anderen Gläubiger bedient sind, kriegt der Anleger sein Geld zurück. Falls noch was da sein sollte. Besonders perfide: Nachrang-Darlehen müssen in den Verträgen nicht mal so genannt werden. Sie können auch nur Darlehen oder „Kauf von Lebensversicherungen“ heißen. Also bei dubiosen Angeboten am besten hellhörig werden und genau das Kleingedruckte lesen. Findet sich im Kleingedruckten der Hinweis auf ein Totalverlustrisiko, sollte man von dieser Anlageform besser die Finger lassen. Oder das Spiel mit dem Feuer nur eingehen, falls man den Verlust des Geldes tatsächlich verschmerzen könnte.

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