Wichtig

Warum geschlossene Immobilienfonds eine riskante Geldanlage sind

Viele Ärzte bekommen wieder Offerten für den Einstieg in geschlossene Immobilienfonds. Manche sind seriös, manche nicht. Vielfach überwiegen die Nachteile.

So funktinieren geschlossene Immobilienfonds: Die Fonds-Gesellschaft kauft eine oder mehrere Immobilien, und wenn die entsprechenden Anlegegelder eingezahlt sind, wird der Fonds geschlossen. Einstieg in der Regel bei über 5.000 Euro. Das Kapital ist dann für längere Zeit gebunden. Der einzelne Investor hat also keinen Einfluss darauf, wann er sein eingesetztes Kapital zurück erhält. Außer, er versucht, seinen Anteil vorab zu verkaufen. Das ist in der Regel möglich, meist jedoch nur mit deutlichen Abschlägen verbunden. Während bei einem offenen Immobilienfonds das Risiko auf sehr viele Immobilien verteilt ist, fehlt bei einem geschlossenen Fonds diese Streuung. Das verändert Rendite und Risiko.

Bescheidene Renditen

Gewinnen kann man mit geschlossenen Immobilienfonds in aller Regel nicht viel. In guten Zeiten liegen die Renditen um die fünf Prozent. In schlechteren Zeiten bei mageren zwei bis drei Prozent oder noch weniger. Dafür sind aber die Ausgabeaufschläge sehr hoch. Sie liegen um die fünf Prozent. Somit sind offene Immobilienfonds sehr teuer, wenn man die zu erwartende Rendite ins Verhältnis setzt – kaum einer, der vor dem dritten Jahr in die Gewinnzone kommt. Und einige Fonds sind bereits in Schieflage geraten und haben den Ruf geschlossener Immobilienfonds nachhaltig geschädigt.

Überschätzte Steuervorteile

Die mangelnde Attraktivität dieser Geldanlage spricht sich in Anlegerkreisen also herum, entsprechend ist das Absatzklima für Immobilienfonds inzwischen nicht mehr so günstig.

Der größte Konstruktionsfehler ist aber die Bindung von kurzfristig abrufbarem Geld in langfristigen Projekten. Dadurch kann es bei Mittelabflüssen zu Liquiditätsschwierigkeiten kommen.

Weiterer Haken: die angeblichen Steuervorteile. Nur die Wert-Steigerungen der Objekte sind steuerfrei. Aber die Quadratmeter- Preise der meisten Gewerbe- Immobilien stagnieren zur Zeit oder steigen nur noch moderat. Und die Büro- Miet-Einnahmen können übrigens auch sinken und sind voll zu versteuern.

Vorsicht bei Sparplänen

Noch riskanter sind die neuen „Sparpläne mit geschlossenen Immobilienfonds“: Sie bedeuten oft enorme Kosten und die Gewinnprognosen basieren auf schöngerechneten Mietsteigerungen.

Fazit: Es gibt wahrlich bessere und sicherere Anlagen!

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