So präzise wie möglich

Fünf Tipps rund um die Patientenverfügung

Ob Unfall, unheilbare Krankheit oder Demenz – in manchen Situationen können Betroffene nicht mehr selbst über medizinische Maßnahmen entscheiden. Für solche Fälle empfiehlt es sich, seine Wünsche vorab in einer Patientenverfügung zu formulieren.

(dpa/tmn) Welche medizinischen Maßnahmen sollen in einer bestimmten Situation ergriffen werden – und welche nicht? Welche Person bekommt die Vorsorgevollmacht? Solche Entscheidungen sollten in einer Patientenverfügung schriftlich festgehalten werden. Darin kann jede Person festlegen, welche ärztliche Behandlungen sie in bestimmten Situationen möchte oder ablehnt. Auch kann via Vollmacht ein entsprechender Betreuer festgelegt werden.

Gibt es keine Verfügung und keinen Bevollmächtigten, entscheiden Ärzte über die konkrete Behandlung. Hat der Patient aber seinen Willen in einer Patientenverfügung niedergeschrieben, müssen die Mediziner das in jedem Fall respektieren. Am besten ist es, das Schriftstück in Zeiten guter Gesundheit zu verfassen.Wer sich mit der Verfügung und der Vorsorgevollmacht schwer tut, kann auf kostenlose Formulare zurückgreifen. Man kann seinen Willen aber auch frei verfassen.

Es gibt dabei fünf Punkte, auf die es in jedem Fall ankommt:

1. Wichtige Fragen vorab klären

Eine Patientenverfügung sollte dem Arzt wichtige Fragen beantworten, die eine Entscheidung zur Behandlung erleichtern: Sollen Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden? Soll eine künstliche Ernährung oder eine künstliche Beatmung eingestellt werden? Wer sich bei der Suche nach der Antwort nicht sicher fühlt, kann sich zum Beispiel an seinen Hausarzt wenden. Allerdings kostet die Beratung unter Umständen Geld.

2. Formale Anforderungen beachten

Eine Patientenverfügung muss schriftlich erstellt werden und auch die Unterschrift des Patienten tragen. Ob das Dokument handschriftlich, am Computer oder mit der Schreibmaschine erstellt oder auf einem Formular aus dem Internet geschrieben wurde, spielt dabei keine Rolle. Gut ist es, wenn jemand bestätigen kann, dass der Verfasser zum Zeitpunkt der Unterschrift im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war und die Vorgaben wirklich seinem Willen entsprechen.

3. Präzise formulieren

Seine Wünsche und Entscheidungen sollte der Patient möglichst exakt beschreiben. Ein paar vage Vorgaben für den Arzt reichen in der Regel nicht aus, das hat auch der Bundesgerichtshof bestätigt (BGH) (Az.: XII 61/16). Schließlich entscheiden Ärzte unter Umständen auf Basis des schriftlichen Willens über Leben und Tod. Ein allgemeiner Wunsch, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen erfolgen sollen, reicht den Richtern z.B. nicht. Um sicher zu gehen, dass der eigene Wille berücksichtigt wird, kann man auch einen Bevollmächtigten einsetzen, der mit den Ärzten offene Fragen klären soll.

4. Dokument gut auffindbar aufbewahren

Die beste Patientenverfügung nutzt nichts, wenn sie im Ernstfall vom Betreuer oder den Familienangehörigen nicht gefunden wird. Wichtig ist es, sie zu Hause zusammen mit anderen wichtigen Dokumenten aufzubewahren und die Angehörigen bzw. Bevollmächtigten darüber zu informieren. Zusätzlich können die Verfügung und die Vorsorgevollmacht beim zentralen Vorsorgeregister (ZVR) gemeldet werden. So sind die Daten immer verfügbar.

5. Regelmäßig aktualisieren

Der eigene Gesundheitszustand, aber auch die medizinischen Möglichkeiten verändern sich eventuell im Laufe der Zeit. Daher ist es sinnvoll, die Verfügung regelmäßig zu überprüfen. Auch medizinische Fortschritte sollten berücksichtigt werden. Ist alles aus Sicht des Patienten noch aktuell, sollte er dies mit Datum und Unterschrift bestätigen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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