PKV-ÄRZTETARIFE

Für Männer wird es ziemlich teuer!

EU-Gleichstellungsrichtlinie. Ab Weihnachten 2012 gibt‘s deshalb Unisex-Tarife. Für Männer sind die viel teurer, für Frauen günstiger. A&W rät deshalb, sich nun intensiv mit der PKV auseinanderzusetzen.

Niedergelassene Ärzte sind in der Regel privatversichert. Überwiegend in speziellen Ärzte-Tarifen. Wer damit liebäugelt, sollte wissen: Auch diese schützen im neuen Jahr nicht mehr vor vehement teureren Prämien! Die europaweit nun verbindlichen Unisex-Tarife bitten Männer in der Berufsunfähigkeits-, der Renten- und der Krankenversicherung stärker zur Kasse. Lediglich Risikopolicen bleiben davon verschont. Freilich: Betroffen sind nur Neuverträge ab dem 21. Dezember 2012. Wer dagegen jetzt noch handelt, kann künftig viel Geld sparen: In der BU-Police bis zu 20 Prozent, bei der Privatrente zwischen fünf und acht Prozent und bei der PKV bis zu 20 Prozent. Umgekehrt bedeutet dies aber auch: Ärztinnen sparen mehr, wenn sie entsprechende Policen erst nach dem 21. Dezember 2012 vereinbaren.

Medizinern bieten speziell die nahezu von allen Versicherungsgesellschaften angebotenen Ärztetarife jede Menge Vorteile: Die Leistungspakete sind immer ganz ärztespezifisch geschnürt, Kosten anderer Berufsgruppen müssen damit nicht quersubventioniert werden. Familienmitglieder können in der Regel zu den gleichen Bedingungen versichert werden. Zudem bieten einige Gesellschaften spezielle Gruppenverträge, die den Mitgliedern der assoziierten Ärzteorganisationen nochmal ganz besonders günstige Konditionen einräumen.

A&W-HINTERGRUND

PKV in der Kritik
„Ohne PKV bestünde die Gefahr, dass der GKV-Leistungskatalog auf eine minimale Grundversorgung reduziert wird“, räumte Doris Pfeiffer, Chefin des GKV-Spitzenverbandes, schon vor einiger Zeit ein. Klar, in einem Einheitssystem lassen sich die Leistungen leichter kappen, wie etwa Holland belegt: 2006 wurde dort das duale System abgeschafft. Wartezeiten bis zu sechs Monate sind seither keine Seltenheit. Dies erkennen auch die Wissenschaftler der neuen Premiumcircle-Studie; sie kritisieren zwar die Privatkassen, warnen aber vor der Abschaffung der PKV. Notwendig wären vielmehr einheitliche Tarifkriterien sowie eine grundsätzliche Neuordnung des Vertriebssystems.

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