Gehaltsgespräche

Gehaltsverhandlungen: Wenn Mitarbeiter mehr Geld verlangen

Lob reicht nicht immer, manchmal möchten Mitarbeiter auch Anerkennung in Form einer Gehaltserhöhung. Verständlich, dass man dem als Praxisinhaber nicht immer zustimmen kann. Trotzdem gibt es wichtige Parameter, die Vorgesetzte bei Gehaltsverhandlungen beachten sollten.

Seien Sie sicher: Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen ihren Wert. Sie sind meist auch hervorragend über Gehälter und das Leistungspotenzial in anderen Arztpraxen informiert. Und sie wissen, dass es in Zeiten des Fachkräftemangels ausgesprochen schwer ist, neue Mitarbeiter zu finden. Wenn eine MFA Sie anspricht, weil sie mehr Gehalt möchte, sollten Sie dennoch nicht vorschnell entscheiden. Denn persönliche Beziehungen dürfen nicht zum entscheidenden Kriterium für die Gehaltsaufbesserung werden. Es geht ausschließlich um die erbrachte Leistung. Daher sollten Gehaltsgespräche am besten rein sachlich geführt werden.

Gesprächsverlauf bei Gehaltsverhandlungen

Im ersten Gespräch werden die Wünsche der Mitarbeiter angehört. Im Zweitgespräch kommt es zur Entscheidung: Zusage, Absage oder Kompromiss und die überzeugende Begründung hierzu.

Die Basis für eine Erhöhung ist die Kontinuität der Leistung und ein zusätzliches Leistungsplus. Es ist nachvollziehbar, dass geringer Krankenstand, wenige Fehltage und häufiger Sondereinsatz Gehaltswünsche entstehen lassen. In der Gehaltsdiskussion ist die bekannte Win-Win-Situation eine wichtige Zielsetzung. Die Gehaltswünsche zur Hälfte zu erfüllen ist oft ein guter Kompromiss, mit dem auch Mitarbeiter häufig leben können. Wovon sich Chefs allerdings nicht beeindrucken lassen sollten: Wenn der Mitarbeiter anführt, dass er im privaten Bereich höhere Kosten zu tragen hat. Denn für Gehaltsverhandlungen ist dieses Argument irrelevant. Es zählt einzig und allein die Leistung.

Vorsicht bei Gehaltsunterschieden

Aber Vorsicht: Eine Gehaltserhöhung spricht sich unter den Kollegen manchmal herum. Gehaltsunterschiede bei Mitarbeitern mit gleichem Leistungsniveau sind dann schwer nachvollziehbar. Es schafft Unfrieden, wenn ein langjähriger Mitarbeiter erfährt, dass ein Kollege mehr Gehalt bekommt, nur, weil er sich gut „verkauft“ hat. Dieser Mitarbeiter ist besonders enttäuscht, wenn bei ihm auch eine geringe Erhöhung vom Arzt abgelehnt wird. Die Absage führt meist dazu, dass die Motivation nachlässt.

Gute Stimmung, flexible Arbeitszeiten und ein technisch moderner Arbeitsplatz sind zwar keine Alternativen für eine Gehaltserhöhung. Aber sie machen es Angestellten schwerer, schnell zu kündigen und nur wegen ein „paar Euro netto“ woanders zu arbeiten.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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