EURO-ÄNGSTE

Worauf Sie bei der Vermögensanlage achten müssen

Der Glaube an den Euro ist arg erschüttert. Wir bangen ums Ersparte. Doch wie begründet ist unsere Angst um unser Geld wirklich? Wir zeigen, worauf Sie bei der Vermögensanlage jetzt achten müssen.

Die Dämme scheinen endgültig gebrochen: 750 Milliarden Euro stellen Euro- Staaten und IWF als Notfallhilfe für Krisenländer bereit. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft bereits zweifelhafte Staatsanleihen auf, der Sinkflug des Euro-Kurses spiegelt bereits den Schrottinhalt im Währungstopf. Da drängt die Frage: Wie sicher ist unser Erspartes noch? Nachdenken ist nie falsch. Jetzt ist ein guter Moment zu hinterfragen, wie krisenfest Erspartes angelegt ist. Denn Viel, was bislang konservativ und renditestark galt, hat seinen guten Ruf eingebüßt. Viel war einfach Etikettenschwindel. Deshalb gilt jetzt mehr denn je: So vielseitig anlegen wie möglich.

Müssen wir uns um den Euro ängstigen? Unbefriedigend aber unabänderlich: Niemand weiß wirklich, was mit dem Euro noch passiert. Unkontrollierte Inflation ist denkbar, weil die EZB die Märkte inzwischen mit Geld überflutet und jetzt auch noch griechische Schrott-Staatsanleihen aufkauft, die Banken also mit noch mehr Geld versorgt. Je mehr Euro zirkulieren, desto höher ist die Geldentwer- tung, wenn das Wirtschaftswachstum da nicht mithält. Andererseits geben die Bürger selbst im Gegensatz zur öffentlichen Hand kaum noch Geld aus, sparen es viel lieber. Beispiel Japan – seit mehr als einem Jahrzehnt in Dauerkrise, kommt es dort trotz großzügiger Ausgabenpolitik der Regierungen nach wie vor nicht zum Aufschwung; aber auch nicht zur Hyper- Inflation. Dazu müssen in absehbarer Zukunft auch die Staaten kräftig sparen, um ihre riesigen Schuldenberge abzubauen. Die öffentlichen Ausgaben und Investitionen werden dann ebenfalls notgedrungen zurückgefahren – was die Inflation tendenziell dämpft.

Soll ich mein Geld bei der Bank anlegen?
Ob sich etwa Festgeld lohnt, hängt von der Entwicklung der Inflation und der Zinsen ab. Aktuell zahlen Banken für Festgeld nur mickrige zwei Prozent – doch ist die Geldentwertung auch noch niedrig. Zieht die Inflation an, muss auch die EZB gegensteuern und die Zin- sen anheben. Das dämpft für Sparer dann den negativen Effekt der Geldentwertung. Nachsehen hat bei hoher Inflation allerdings, wer lange Bindefristen zu relativ niedrigem Zinssatz vereinbart hat.

Sind Staatsanleihen noch sicher? Man muss genau hinschauen, auf welches Land man setzt. Deutsche Bundesanleihen sind aktuell begehrt. Zwar leidet auch der Glaube an die Bonität der Bundesrepublik infolge der Rettungsmaßnahmen für Griechenland, doch niemand muss ernsthaft fürchten, damit sein Kapital zu verlieren. Trotzdem: Klug, wer auch außerhalb des Euro- Raums anlegt, etwa in schweizer Franken oder norwegische Kronen.

Was erwartet uns an den Börsen?
Aktien sind immer riskant, und die Märkte sind angesichts der griechischen Betrügereien äußerst nervös. Für die kommenden Monate differieren die Meinungen arg: Viele Aktienstrategen warnen deutlich. Die Gretchenfrage ist aber, ob die Anleger weiter an den noch recht wackeligen Aufschwung glauben. Hoffnung macht das US-Wirtschaftswachstum und die gute Entwicklung in Asien. Für exportorientierte deutsche Unternehmen sind das ebenso gute Zeichen, wie die faktische Euro-Abwertung.

Soll ich verstärkt in Immobilien anlegen?
Kredite sind billig und die Zeiten so unsicher wie selten. Geld in eine Immobilie zu stecken, ist für Finanzexperten deshalb eine der attraktivsten und risikoärmsten Investitionen überhaupt. Mit einem Kollaps des deutschen Immobilienmarktes rechnet niemand. Allenfalls können die Kaufpreise in Hochpreisregionen wie München in den kommenden Jahren wieder etwas fallen. Doch keinesfalls überstürzt zuschlagen. Das Gesamtpaket muss stimmen und wer zu viel bezahlt, kommt nie auf eine attraktive Rendite. Schließlich bemisst sich die an den Mieteinnahmen und am Weiterverkauf. Cave: Nach Ende der mehrjährigen Zinsbindung können die Zinsen für Anschlussdarlehen deutlich höher ausfallen.

Sind Anlagen in Gold und Rohstoffen jetzt ein sicherer Ausweg?
Für jene, die an die totale Krise glauben, ist Gold immer richtig. Denn einen gewissen Wert wird es wohl immer behalten. Für alle anderen gilt: Schon jetzt hat der Goldkurs Spitzenwerte um 1.200 Dollar je Unze erreicht. Kaum vorstellbar, dass solche Kurse lange halten. Dazu war auch Gold zuletzt starken Preisschwankungen ausgesetzt. Erspartes ausschließlich in Goldbarren anzulegen, bringt also weniger Sicherheit, als oft vermutet. Vorsicht auch an den übrigen Rohstoffmärkten. Hier tummeln sich aktuell die Profizocker und prophezeien schon, die nächsten großen Preisblasen seien bei Aluminium, Zink, Palladium und Co. zu erwarten. 2009 etwa zogen die Preise für so manches Edelmetall binnen weniger Monate um 50, 60, oder sogar 80 Prozent an. Bei Rohstoffen wie Öl kommt noch folgende Unsicherheit hinzu: Niemand weiß, wie genau der Welt-Energiehunger künftig gestillt wird. Die Unwissenheit, wann und wie andere Energien Rohöl ersetzen werden, behindert uns, die Preisentwicklung valide kalkulieren zu können.

Was ist jetzt mit meiner Lebensversicherung?
Auch die großen Versicherer haben in griechische Junk-Anleihen investiert. Dennoch versichern sie stereotyp, das Risiko sei begrenzt. Laut Finanzaufsicht BaFin haben deutsche Erst- und Rückversicherer rund zehn Milliarden Euro von insgesamt 1.200 Milliarden Euro an Kapitalanlagen in griechische Staatsanleihen und Wertpapiere investiert. Allerdings ist nicht bekannt, welches Anlagevolumen auf die anderen „PIIGSStaaten“ entfällt; also auf Portugal, Irland, Italien und Spanien.

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