Rechtswidrige Kreditgebühren

Kreditbearbeitung: Ärzte sollten Gebühren noch 2016 zurückfordern

Lange Zeit kassierten Banken Gebühren für die Kreditbearbeitung. Doch das ist rechtswidrig, wie der Bundesgerichtshof entschieden hat. Für Ärzte kann sich der Blick in alte Verträge lohnen, denn die Banken müssen die Gebühren erstatten. Für Verträge aus 2013 läuft die Frist dafür allerdings dieses Jahr aus.

Jahrelang war es üblich, dass Banken und Sparkassen Kreditbearbeitungsgebühren von bis zu 3,5 Prozent vonb ihren Kunden verlangten. Bei Krediten, wie sie beispielsweise für eine Praxisfinanzierung benötigt werden, konnte sich das auf vierstellige Beträge summieren. Doch dieser Praxis wurde inzwischen ein Riegel vorgeschoben: Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied gleich in mehreren Urteilen, dass dieses Vorgehen rechtswidrig ist (Az. XI ZR 17/14 und Az. XI ZR 348/13). Diese Beurteilung gilt für jeden Kreditvertrag. Egal, ob er für ein neues Auto, eine Immobilie oder für die Anschaffung neuer Praxisausstattung abgeschlossen wurde.

Der Blick in den alten Kreditvertrag kann sich für Niedergelassene also durchaus lohnen. Steht in den Unterlagen: Kreditbearbeitungsgebühren, Abschlussgebühren oder Bearbeitungsprovisionen, stehen die Chancen gut, dass es von der Bank einiges an Geld zurück gibt.

Verjährungsfrist beachten

Allerdings sollten betroffene Ärzte sich beeilen. In diesem Fall tritt die Verjährung nämlich schon nach drei Jahren ein. Das bedeutet: Für alle Kreditverträge, die 2012 und früher abgeschlossen wurden, ist der Anspruch auf Rückforderungen bereits verjährt. Bei Verträgen, die 2013 abgeschlossen wurden, sollten die Ansprüche aufgrund der Verjährungsfrist bis Ende 2016 gestellt werden müssen.

Um das Geld zurückzubekommen, genügt erst mal ein einfaches Forderungs-Schreiben an die Bank. Um einen Nachweis zu haben, dass dieses dem Ansprechpartner wirklich zugegangen ist, sollte man es besser per Einschreiben verschicken. Wenn die Erstattung seitens der Bank trotz der verbindlichen Urteile verweigert wird, bleibt dem Arzt aber leider nur eine Klage oder die Einschaltung eines Ombudsmanns.

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