Gastbeitrag von Wolfgang Juds

Geldanlage: Fünf Faktoren, die Ihre Finanzstrategie optimieren

Checklisten sind nicht jedermanns Sache. Aber sie können uns gerade bei der Geldanlage helfen, das herauszufinden, wonach wir suchen. Fünf Faktoren helfen dabei als Blaupause, um mögliche Investitionen auf Erfolg abzuklopfen. Finanzexperte Wolfgang Juds* zeigt Ihnen, wie Sie das umsetzen können.

Die fünf Faktoren, mit denen Sie Ihre Anlagestrategie auf den Prüfstand stellen können, sind nicht in Stein gemeißelt, sondern ein Ausgangspunkt, um sie konkret mit Leben zu erfüllen.

1. Qualität:

In Bezug auf Aktien bedeutet der Faktor Qualität, dass die investierbaren Unternehmen ein solides und ein auf Wachstum ausgerichtetes Geschäftsmodell betreiben. Die Verschuldung ist gering und die Gefahr von großen und bedeutsamen Fehlinvestitionen in neue Technologien ist gering. Die Unternehmen generieren regelmäßige und nachhaltige Erträge.

2. Wert und Preis:

Diese grundlegende Wahrheit dürfen wir uns immer wieder vor Augen führen, wenn wir an den Börsen außergewöhnliche Kursentwicklungen beobachten wie bei den Technologietiteln an der NASDAQ. Amazon, Apple und Netflix sind tolle Unternehmen. Das steht außer Frage! Nur sind die Preise dafür auch enorm und man muss sich die Frage stellen, ob diese Titel es auf lange Sicht wert sind, so viel für sie zu bezahlen. Auf der anderen Seite nützt es nichts, preiswerte Unternehmen zu kaufen, die niemand mehr braucht. Welchen Sinn hätte es gemacht, vor 100 Jahren in Aktien von Pferdekutschen-Herstellern zu investieren? Es kommt nicht nur auf den Preis an, sondern darauf, dass die Relationen stimmen.

3. Langfristigkeit und Ausdauer:

Sie sind wichtige Eigenschaften, besonders in unsicheren Zeiten wie diesen. Auf Sicht von zwei bis drei Jahren lässt sich besser abschätzen, welche Unternehmen die Krise überwinden werden, als mit einem kurzfristigen Blick. Deshalb sollten Anleger besonders jetzt ruhig und entspannt bleiben. Wenn der Anlagehorizont auf fünf und mehr Jahre ausgerichtet ist, müssen wir nicht täglich auf die Börsenkurse schauen, da wir von der Qualität unserer Investmententscheidungen überzeugt sind.

4. Verzicht auf Markttiming:

Damit ist gemeint, dass es auf lange Sicht nichts bringt, zu versuchen, kurzfristig auf bestimmte Entwicklungen steigender oder fallender Kurse zu spekulieren. Im Gegenteil! Es ist höchst gefährlich, insbesondere dann, wenn die Schwankungen so stark sind wie aktuell. Im März 2020 wurden so viele Fonds von Anlegern verkauft wie noch nie zuvor. Im Rückblick haben sie den Exit zur Unzeit gesucht, denn der April war einer der stärksten Monate überhaupt. Ein großer Teil der Kursrückgänge wurde bereits wieder wettgemacht. Dies zeigt, wie wichtig mentale Stärke für die Investitionsentscheidungen ist. An dieser Stelle werden die häufigsten Fehler gemacht.

5. Entscheidend ist die Gesamtstruktur des Portfolios:

Wie beim Fußball kommt es auf die Mannschaftsleistung an. Wir brauchen Stürmer und Verteidiger. Ein Mittelfeld und den Torwart. Auch ein guter Trainer und das ganze Team sind entscheidend. So muss auch das Depot strukturiert sein – ausgewogen und trotzdem konsequent auf Ertrag und Wachstum ausgerichtet.

*Der Autor: Wolfgang Juds ist Geschäftsführender Gesellschafter der Credo Vermögensmanagement GmbH in Nürnberg

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