Sport und Ärzteschaft

Gemeinsame Aktion für mehr Bewegung auf Rezept

Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern können ihren Patienten ab sofort mit konkreten Kursempfehlungen zu mehr Bewegung verhelfen. Das Projekt „Rezept für Bewegung“ ist im Juli gestartet.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde zum 1. Juli 2016 offiziell das „Rezept für Bewegung“ eingeführt. Voraussetzung war die Schaffung einer neuen Plattform für alle vereinsgebundenen Sportangebote im Land (www.gesundheitssport-mv.de).

Die neue Aktion setzt auf mehr Prävention durch eine schriftliche ärztliche Empfehlung: Mit dem „Rezept für Bewegung“ können Ärzte Empfehlungen für zertifizierten und damit von Krankenkassen geförderten Präventions- und Rehasport aussprechen.

Für alle zertifizierten Gesundheitsprogramme gelten verbindliche Qualitätskriterien. Passende Angebote tragen das Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“.Derzeit bieten in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 74 Sportvereine Kurse an, die mit dem Qualitätssiegel zertifiziert sind.

In rund 400 Sportgruppen gibt es z.B. „aquagym“, „rücken-fit“, „Cardio-fit“, „Fit bis ins hohe Alter“, „Standfest und stabil“ oder „Appetit auf Bewegung“. Hinzu kommen mehr als 1.000 Reha-Sportgruppen, die von der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung unterstützt werden.Die Kosten für diese Kurse werden durch die gesetzliche Krankenversicherung also zumindest teilweise erstattet.

Mit dem „Rezept für Bewegung“ können Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern somit ab sofort qualitätsgesicherte Bewegungsangebote von Sportvereinen mit den Schwerpunkten Herz-Kreislauf, Muskel- und Skelettsystem, Entspannung und Stressbewältigung sowie Koordination und motorische Förderung empfehlen. Patienten sollenim Idealfall durch den Hausarzt darüber informiert und entsprechend dazu angeregt werden, in Eigeninitiative passende Sportangebote für sich zu finden und diese ihrer Gesundheit zuliebe auch regelmäßig wahrzunehmen.

Bundesweite Empfehlungen ab 2017

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mitteilt, können niedergelassene Ärzte ab Januar 2017 bundesweit in Form einer ärztlichen Bescheinigung ihren Patienten Präventionsleistungen empfehlen. Dabei geht es um die Bereiche Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich in entsprechenden Beschlüssen zur Änderung der Früherkennungs-Richtlinien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene festgelegt hat. Wenn Ärzte bestimmte verhaltensbezogene Präventionsmaßnahmen anraten wollen, können sie diese künftig auf einer ärztlichen Bescheinigung vermerken. Es handelt sich aber auch bei diesem „Rezept“ nicht um eine ärztliche Verordnung, sondern lediglich um eine Empfehlung,

Anzeige

Gefährliche Cyberschäden in Arztpraxen

Die wachsende Digitalisierung der Arbeitswelt stellt auch Arztpraxen heute vor neue Herausforderungen. Neben vielen neuen Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, müssen sich Arztpraxen auch m... Mehr
Author's imageSteven OhleProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Steuermonitor

Kosten für Sportevents als Werbungskosten absetzbar


Buchtipp der Woche

Fit fürs Finanzamt


Anzeige