Pharmabörse

Genzyme zeigt Sanofi-Aventis die kalte Schulter

Schon seit Monaten buhlt der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis um eine Übernahme des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genzyme. Doch bisher ist er immer wieder abgeblitzt.

Inzwischen hat Sanofi-Aventis ein konkretes Angebot vorgelegt: 69 US-Dollar pro Aktie von Genzyme in bar, insgesamt etwa 18,5 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als das Vierfache des Umsatzes und das 20-Fache des im kommenden Jahr zu erwartenden Gewinns von Genzyme. Das Angebot liegt mehr als 30 Prozent über dem monatlichen Durchschnittskurs vor der Börsenspekulation über eine mögliche Akquisition.

Das Management von Genzyme hält die Summe für zu niedrig und lehnt Gespräche ab. Inzwischen wendet sich Sanofi-Aventis auch direkt an die Aktionäre. Viele Genzyme-Aktionäre sind mit der Entwicklung des Unternehmens, das Probleme mit Produktionsanlagen hat, nicht zufrieden. Sanofi-Aventis scheint als letztes Mittel auch eine feindliche Übernahme nicht mehr auszuschließen, obwohl eine solche bei einem forschungsintensiven Unternehmen negative Auswirkungen haben könnte.

Sanofi-Aventis ist durch Gernerikakonkurrenz und Patentabläufe ebenfalls unter Druck. Vieles spricht dafür, dass der Konzern sein Angebot notgedrungen doch noch um einige Euro heben wird. Eine Übernahmeschlacht ist wenig wahrscheinlich. Ein „weißer Ritter” ist derzeit nicht in Sicht. Sanofi-Aventis und Genzyme könnten beide von einem Zusammengehen profitieren: Genzyme von der Herstellungskompetenz und dem globalen Vermarktungsnetz, Sanofi-Aventis von der Innovationskraft. Für Sanofi-Aventis spricht zudem auch die Erfahrung aus zahlreichen in der Vergangenheit erfolgreich gemeisterten Fusionen und Akquisitionen.

A&W-Tipp
Vorsichtige Anleger können den Kursanstieg von etwa 40 Prozent zum Anlass nehmen, ihre Aktien von Genzyme zu verkaufen. Allerdings verzichten sie dabei vernutlich auf die drei bis sechs Euro pro Aktie, um die der Übernahmepreis voraussichtlich nachgebessert wird. Dafür vermeiden Sie das Risko eines Kursrückschlags, falls der Deal wider Erwarten doch noch platzt. Aktionäre von Sanofi-Aventis sollten ihre Aktien halten. Die Gesellschaft ist im Branchenvergleich niedrig bewertet und durch eine Akquisition von Genzyme würde sie ihre Position weiter verbessern.

Sie erreichen Wolfgang Menke unter der E-Mail WolfgangMenkeBerlin@t-online.de

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