Neuer Versorgungsausgleich

Geschiedenen steht jetzt mehr zu

Inzwischen gilt ein neuer Versorgungsausgleich im Scheidungsrecht. Der betrifft auch berufsständische Versorgungswerke erinnert unser Autor und warnt: Das kann auch rückwirkend teuer werden.

Mehr als jede dritte Ehe endet inzwischen durch Scheidung. Seit September 2009 gilt im Scheidungsrecht ein neuer Versorgungsausgleich. Der betrifft jährlich rund 200.000 neu Geschiedene. Aber nicht nur die. Auch alle seit der großen Scheidungsrechtsreform von 1977 Geschiedenen tangiert die Neuregelung. Vor allem geschiedene Ehefrauen können sich nämlich erheblich höhere Renten sichern, indem sie beim Familiengericht eine Abänderung ihres alten Scheidungsurteils zum Versorgungsausgleich beantragen. Insbesondere Geschiedene von gegenwärtigen und künftigen

  • Betriebsrentnern,
  • Beziehern berufsständischer Versorgungsrenten (Ärzteversorgung) oder von
  • Beamtenpensionen

können dann mit Nachzahlungen und Rentenerhöhungen für die Zukunft rechnen. Manche Geschiedene bekommt nach dem alten Recht nur 1.000 Euro „Ausgleichsbetrag“ monatlich, eine Änderung nach neuem Recht kann ihr aber rund 2.500 Euro bescheren. Durch die so genannte „interne Teilung“, steht Ehegatten nämlich die Hälfte der in der Ehe erworbenen Anwartschaften zu. Dieses Geld kann die Geschiedene dann etwa beim früheren Arbeitgeber oder beim berufsständischen Versorgungswerk (Ärzteversicherung) des Ex-Ehepartners einfordern. Sie bekommt dort dann ein eigenes Rentenkonto mit der entsprechenden Anwartschaft.

Der Weg dorthin ist denkbar einfach. Ein Antrag beim Gericht genügt für die zusätzliche Rentenaufbesserung. Wer im Zeitfenster von 1977 bis 2009 geschieden wurde, kann diesen Antrag beim Familiengericht stellen, um den öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich nach der neuen Rechtslage gerechter durchführen zu lassen. Den höheren Anteil an Beamtenpensionen, Betriebsrenten und/oder berufsständischen Versorgungen sichert sich der Geschiedene damit sogar über den Tod des Ex-Ehepartners hinaus. Generell können Geschiedene damit heute die Hälfte der Versorgung fürs Alter aus der Ehezeit beanspruchen. Fachleute schätzen, dass jedes zweite Scheidungsurteil abgeändert werden kann.

A&W-TIPP

Als Geschiedene …
… bis zum Rentenbeginn zu warten, kann teuer werden. Denn die Änderung des Versorgungsausgleichs kann nur zu Lebzeiten des anderen Geschiedenen verlangt werden. Und es können auch bereits laufende Renten und Pensionen neu berechnet werden.

A&W-KOMMENTAR

Die gesetzlichen Anforderungen …
… an eine betriebliche Altersversorgung waren bisher schon nur schwer erfüllbar – dazu kam die Haftung des Arbeitgebers für unzureichende Versorgungen. Jetzt beschert der Gesetzgeber dazu noch eine Verdoppelung der Betriebsrente in Millionen von Fällen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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