Indirekte Gehaltserhöhung

Gestalten Sie Gehaltsextras steueroptimal

Höheres Gehalt führt regelmäßig zu überproportional steigenden Steuern. Und zu höheren Sozialabgaben. Wer‘s richtig anpackt, holt aber für Helferin und Praxis gleichermaßen mehr raus.

Wie kann man Mitarbeitern möglichst günstig das Gehalt erhöhen? Das ist nicht einfach, doch es ist mit bestimmten Gehaltsextras durchaus möglich. Beispiel: Angestellte verheiratete Helferin, Lohnsteuerklasse IV, konfessionslos, 2.000 Euro brutto. Nach den Abzügen bleiben ihr 1.355 Euro netto. Für den Urlaub sollen‘s 200 Euro netto mehr werden. Also erhält sie 200 Euro Erholungsbeihilfe. „Die kann“, so Ecovis-Steuerberater Reinhold Sommer, „im Rahmen einer Höchstgrenze vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden“. Der Höchstbetrag beträgt 156 Euro für einen Arbeitnehmer plus 104 Euro für dessen Ehegatten plus jeweils 52 Euro für jedes Kind. Der pauschale Steuersatz beträgt 25 Prozent plus 5,5 Prozent Soli auf die pauschale Steuer. Sozialbeiträge fallen nicht an.

Eine solche Beihilfe muss aber auch tatsächlich für den Erholungszweck verwendet werden und im zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub – bis zu drei Monaten davor oder danach – ausgezahlt werden. Eine monatliche voraussetzungslose Zahlung erfüllt diese Voraussetzungen nicht, hat das Finanzgericht Niedersachsen (Az.: 11 K 81/10) schon mal festgestellt.

Die Helferin bekommt im Urlaubsmonat also 200 Euro mehr Gehalt ausgezahlt. Der Praxis entstehen – da sie die pauschale Steuer übernimmt – insgesamt 252,75 Euro mehr an Personalkosten (200 Euro plus 50 Euro Pauschalsteuer plus 2,75 Euro Solidaritätszuschlag). Möglich wäre übrigens auch, die pauschale Steuer im Innenverhältnis auf den Arbeitnehmer abzuwälzen.

Bei voller Steuerpflicht müssten der Helferin im Urlaubsmonat 370 Euro mehr Bruttogehalt gezahlt werden, um ihr netto 200 Euro mehr zu sichern. Und der Arbeitgeber hätte zusätzlich noch über 70 Euro Aufwand für den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung und damit per Saldo 440 Euro mehr Personalkosten. Schon die pauschale Besteuerung lohnt sich also.

Nach dem Urlaub nimmt die Helferin in einem Fitnessstudio am Kurs „Rückenschule“ teil. Der Arbeitgeber bezuschusst ihr den Kurs erneut mit 200 Euro. Dies ist nach Paragraf 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes steuerfrei möglich. Die Helferin erhält also 200 Euro brutto für netto und der Arbeitgeber hat neben den 200 Euro keine weiteren zusätzlichen Personalkosten.

A&W-KOMPAKT

Die Mitgliedsbeiträge an Sportvereine …
… und Fitnessstudios selbst sind nicht begünstigt. Aber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Gehalt gewährte Leistungen oder Zuschüsse für Maßnahmen, die den fachlichen Anforderungen der Krankenkassen zur Prävention (§§ 20 und 20a SGB V) gerecht werden, können bis zu 500 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei gewährt werden.

 

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