Fakten & Zahlen 2016

Die Gesundheitswirtschaft wird zum Wachstumsmotor für Deutschland

Die Gesundheitswirtschaft wird in Deutschland immer mehr zum Wachstumsmotor: Aktuell beschäftigt sie sieben Millionen Menschen und hat einen Anteil von 12 Prozent am Bruttoinlandsprodukt – das entspricht etwa jedem achten Euro, der in Deutschland erwirtschaftet wird. Gleichzeitig stellt die Branche noch 8,2 Prozent der Exporte.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat aktuelle Zahlen zur gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung vorgelegt. Ergebnis: Die Gesundheitsbranche ist weiter auf Wachstumskurs. Sie beschäftigt mit rund sieben Millionen Erwerbstätigen schon heute fast so viele Menschen wie das verarbeitende Gewerbe. Der Anteil der Gesundheitswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt beträgt inzwischen über 12 Prozent. Tendenz steigend. Und das obwohl die Branche ihre Größe vor allem durch Dienstleistungen am Patienten erzielt.

Jährliches Wachstum über dem der Gesamtwirtschaft

Auch an den Exporten ist der Bereich mit 8,2 Prozent (bzw. 116 Milliarden Euro) bereits wesentlich beteiligt. Die Bruttowertschöpfung lag  allein 2016 bei 336 Milliarden Euro. Damit ist die Branche wirtschaftlich so groß wie das Bruttoinlandsprodukt Österreichs. Mit durchschnittlich 3,8 Prozent liegt das jährliche Wachstum auch deutlich über der Gesamtwirtschaft. Wie die Auswertung zeigt, werden über 80 Prozent des Aufkommens der deutschen Gesundheitswirtschaft im Inland produziert.

30% arbeiten in Arztpraxen

Etwa 30 % der Beschäftigten der nicht-stationären Versorgung arbeiten in Arztpraxen. Damit ist der Erwerbstätigenanteil der Arztpraxen deutlich niedriger als ihr Wertschöpfungsanteil in nicht-stationären Einrichtungen (50% bzw. 44,6 Milliarden Euro). Das liegt daran, dass die Einkünfte in Arztpraxen höher sind als in anderen Bereichen der nicht-stationären Versorgung. Damit wird pro Beschäftigtem eine höhere Wertschöpfung generiert.  Trotz des leicht abnehmenden Anteils ist seit 2006 ein kontinuierliches Beschäftigungswachstum in Arztpraxen zu beobachten.

Nicht-stationäre Versorgung

Rund 18 Milliarden Euro der Bruttowertschöpfung werden durch Zahnarztpraxen generiert. Sie weisen mit  23,4 % im Jahr 2005 und 20,6 % im Jahr 2016 im Vergleich zu den Arztpraxen einen  niedrigeren Wertschöpfungsanteil auf. Die Zahlen sind auch hier über die Jahre leicht rückläuƒfig. Trotzdem ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen. Mit 3,1 % liegt dieses leicht unter dem Durchschnitt der nicht-stationären Versorgung.

Der Wertschöpfungsanteil der Gesundheitswirtschaft variiert zwischen 15,8 % in Schleswig-Holstein und 9,8 % in Hamburg. Auf Platz 2 landet mit einem Anteil von 15,3 % Mecklenburg-Vorpommern. In den westdeutschen Ländern ist die Branche nur in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland überdurchschnittlich stark repräsentiert. In den Neuen Ländern inklusive Berlin weist die Branche überdurchschnittliche Bruttowertschöpfungsanteile auf. Eine relativ geringe Bedeutung nimmt die Branche in Hamburg, Bremen sowie Bayern ein.

Relativ gesehen, arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die meisten Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft. Der Anteil in den Bundesländern variiert zwischen 14,1 % in Hamburg und 19,9% in Mecklenburg-Vorpommern.

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