Stiftung Warentest hat Bankgebühren unter die Lupe genommen

Girokonto: Wenn es mehr als 60 Euro/Jahr kostet, sollten Sie wechseln

Kunden müssen sich von ihrer Bank nicht alles bieten lassen. Gebühren für ein Girokonto, die 60 Euro im Jahr übersteigen, sind nach Ansicht der Stiftung Warentest jedenfalls ein Grund, sich ein günstigeres Konto zu suchen. Die Tester haben 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken geprüft und immerhin noch 23 Kontomodelle gefunden, die tatsächlich kostenfrei sind.

Die Niedrigzinsphase stellt Banken zweifelsohne vor neue Probleme. Ausbaden muss es aber meistens leider der Kunde: Ihm werden nicht nur Kontoführungsgebühren, sondern noch zusätzliche Kosten für die Überweisung, die Kontoauszüge und sogar für das Abheben des eigenen Geldes aufgebrummt. Oder wie es ein Twitter-Nutzer formulierte: „Die Bank dafür bezahlen, dass man das Geld, das man ihr geliehen hat, wiederhaben möchte – genau mein Humor“.

Kontoführung kostenlos, Services dafür teuer

Tatsächlich kann da monatlich einiges zusammenkommen, wenn man alle Services der Banken nutzt. Kunden der Frankfurter Volksbank, die ein Konto mit Einzelabrechnung haben und spätabends am Automaten noch Geld abheben möchten, müssen das beispielsweise teuer bezahlen, wie der Girokonto Vergleich der Stiftung Warentest zeigt. Denn kostenlos ist die Abhebung bei diesem Konto nur während der Geschäftszeiten der Filiale.

Girokontovergleich deckt hohe Gebühren auf

Kunden der Salzlandsparkasse, die sich für ein Classic Girokonto entschieden haben, zahlen für jede Buchung 50 Cent. Das gilt auch wenn sie am eigenen Automaten Geld abheben. Die Ethikbank kassiert allein für die bei anderen Banken oft kostenlose Girocard 15 Euro. Und wer den Dispo überzieht, kann direkt erleben, wie sich die Niedrigzinsen in Luft auflösen. Die gibt es nämlich nur für Guthaben. Den Dispo lassen sich die Banken hingegen noch immer teuer bezahlen. Genauso wie die Kreditkarte bzw. deren Nutzung.

Viele Banken entwickeln derzeit eine große Kreativität um sich neue Gebühren rund um das Konto auszudenken. Das ist zulässig, aber alles andere als kundenfreundlich, wie der Vergleich zeigt. Rechtlich geht trotzdem einiges durch: Der Bundesgerichtshof hat beispielsweise entschieden, dass auch Gebühren für eine SMS mit einer Tan zulässig sein können.

Vergleich zeigt echte kostenlose Girokonten

Doch es gibt sie trotzdem noch, die wirklich kostenlosen Konten, bei denen nicht nur die monatlichen Gebühren für die Kontoführung wegfallen. Allerdings müssen Kunden sich mit dem neuen Girokonto meist auch auf neue Techniken einlassen und ein Online-Konto eröffnen. Hier gibt es nämlich die meisten Angebote. Onlinebanking-Fans können unter neun Direktbanken wählen.Wer gern persönlich mit dem Bankberater spricht, ist bei insgesamt 14 (teilweise nur regionalen) Filialbanken am besten aufgehoben.

Girokontovergleich lohnt sich

Fazit der Tester nach dem aktuellen Girokonto-Vergleich: Wer mehr als 60 Euro im Monat an Kontoführungsgeführen und Service-Pauschalen zahlen muss, der sollte sich die Konditionen des Wettbewerbs genauer anschauen und ein neues Konto eröffnen. Probleme mit der bisherigen Bank sind nicht zu befürchten, denn diese darf dem Kunden hier keine Steine in den Weg legen. Im Gegenteil: Der Wechsel zwischen den Banken ist ausgesprochen leicht (Anleitung unter test.de/kontowechsel).

Ein Gespräch mit dem Bankberater über die aktuellen Bedingungen kann sich ebenfalls lohnen. Häufig hat auch die eigene Bank günstigere Angebote im Portfolio. Ohne Nachfrage wird die Bank sie auf die besseren Konditionen aber sicherlich nicht hinweisen. Wer auf neue Angebote seiner Bank achtet, kann oft auch ohne Wechsel einiges sparen.

Eine Übersicht der günstigsten Banken finden Interessierte in der September-Ausgabe von Finanztest sowie im Produktfinder Girokonto. Dort kann jeder das für ihn passende Konto ermitteln.

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