So sparen Sie Steuern

Goldene Regeln der Nachlassplanung

Legale Tricks sind für alle da! Berücksichtigen Sie diese bei der Nachlassplanung und sparen Sie Erbschaftssteuer.

1. Goldene Regel:

Bestimmen Sie, wer erben soll! Am Anfang jeder Nachlassplanung steht die Frage, wer im Falle des Todes einen einzelnen Vermögensgegenstand oder einen prozentualen Anteil am Erbe erhalten soll. Diese Fragen werden zumeist in einem Testament geregelt. Erstaunlicherweise tun dies aber gerade mal etwa 20 Prozent der Deutschen! Da oft aus Angst vor vermeintlich hohen Kosten der Gang zu einem auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt gescheut wird, sind diese Testamente leider oft unklar formuliert, wodurch Streitigkeiten zwischen den Erben vorprogrammiert sind. Wer kennt nicht in seinem Bekanntenkreis Familien, welche sich über ein Erbe zerstritten haben?

2. Goldene Regel:

Bestimmen Sie, wie und von wem der Erbfall abgewickelt werden soll! Bestimmen Sie im Testament eine Person Ihres Vertrauens, die den Erbfall abwickelt, das heißt die Verteilung des Vermögens auf die Erben vollzieht. In der Regel reicht es, wenn Sie einen vertrauenswürdigen Verwandten oder Freund der Familie hiermit betrauen. Bei komplexeren Nachlässen sollte aber ein professioneller Testamentsvollstrecker beauftragt werden. Stellen Sie sicher, dass die Dokumente, die Ihren Nachlass regeln, wie Testament, Vorsorge- oder Kontovollmacht, auch gefunden werden. Dies können Sie zum Beispiel dadurch erreichen, dass Sie diese Dokumente bei einer Person Ihres Vertrauens (Verwandter, Rechtsanwalt, Notar) oder bei der Hinterlegungsstelle des Amtsgerichts ihres Wohnorts deponieren.

3. Goldene Regel:

Schenken ist geschickter als vererben! Aus steuerlicher Sicht sollte Vermögen möglichst früh auf die nächste Generation übertragen werden, da künftige Wertzuwächse dann nicht mehr der Erbschaftsteuer unterliegen. Dazu kann bei früher Planung der persönliche Freibetrag, derzeit für Kinder 205.000 Euro, möglicherweise erneut genutzt werden, da er alle zehn Jahre erneut anfällt. Oftmals scheitert eine vorweggenommene Erbfolge jedoch an der Befürchtung des Seniors, seine eigene wirtschaftliche Grundlage zu gefährden. Hier kann durch geschickte Gestaltung aber erreicht werden, dass sich faktisch für den Senior nur wenige Änderungen ergeben. So kann für ein verschenktes Hausgrundstück für den Senior ein dingliches unentgeltliches Nutzungsrecht eingetragen werden, so dass er selbst das Grundstück bis zum Tod nutzen kann, auch wenn der Junior das Hausgrundstück veräußert. Unter Umständen kann auch der Widerruf der Schenkung vorbehalten werden.

4. Goldene Regel:

Nutzen Sie die steuerliche Bevorzugung von Immobilien! Im Schnitt werden diese nach einer Untersuchung des Bundesministeriums der Finanzen mit nur 50 Prozent des Verkehrswertes steuerlich bewertet. Da das Bundesverfassungsgericht derzeit überprüft, ob diese steuerliche Bevorzugung verfassungsgemäß ist, ist aber Eile geboten. Was viele nicht wissen: Wenn Sie rechtzeitig Immobilien verschenken, ändert auch eine eventuelle Gesetzesänderung an Ihrem Steuervorteil nichts mehr. Mit Erlass des Steuerbescheids genießen Sie Vertrauensschutz!

5. Goldene Regel:

Überspringen Sie eine Generation und übertragen Sie einen Teil des Vermögens unmittelbar auf die Enkel. Dies macht aus zwei steuerpflichtigen Erbfällen eine einzige steuerpflichtige Übertragung, und Sie können weitere Freibeträge der Enkel nutzen. Die übersprungene Generation können Sie zum Beispiel durch Nießbrauchrechte absichern.

6. Goldene Regel:

Nutzen Sie Freibeträge optimal aus! Unter diesem Gesichtspunkt kann es sinnvoll sein, Vermögen zu Lebzeiten zu verschenken, um die 10-Jahres Frist zu nutzen (vgl. Goldene Regel 3). Vorsicht beim so genannten Berliner Testament! Hier können Freibeträge verschenkt werden, wenn das Testament nicht klug formuliert wird.

7. Goldene Regel:

Nutzen Sie die Vorteile von Lebensversicherungen! Werden alle Ansprüche aus einer noch nicht fälligen Lebensversicherungsvertrag verschenkt, wird die Zuwendung nur mit zwei Drittel der eingezahlten Prämien oder mit dem Rückkaufswert bewertet. Vorsicht: Wird lediglich ein Bezugsrecht eingeräumt, gilt dies nicht. Vorsicht auch bei Steuersparmodellen von Versicherungen, welche teilweise 100 Prozent Steuerersparnis versprechen. Diese Modelle halten oft einer Überprüfung durch die Finanzbehörden nicht stand, was dann zu Nachforderungen und schlimmstenfalls zu einer Verurteilung wegen Steuerverkürzung führen kann.

8. Goldene Regel:

Übertragen Sie möglichst viel Vermögen als Betriebsvermögen! Für die Übertragung von Betriebsvermögen wird unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag alle zehn Jahre ein Freibetrag von 256.000 Euro und ein Bewertungsabschlag von 35 Prozent gewährt. Außerdem profitieren Erben von Betriebsvermögen von einer Privilegierung bei der Steuerklasse. Vor diesem Hintergrund kann bei größeren Vermögen die Umwandlung von Privatvermögen in Betriebsvermögen, etwa Übertragung von privaten Immobilien auf eine GmbH & Co. KG, lohnenswert sein.

9. Goldene Regel:

Nutzen Sie die steuerlich begünstige Anlageformen! Auch wenn Sie kein Unternehmertyp sind, können Sie durch geschickte Anlage Ihres Vermögens die begünstigte Besteuerung von Betriebsvermögen für sich nutzen und unter Umständen bis zu 100 Prozent Erbschaftsteuer sparen. Hier ist es wichtig auf die Rechtsform der Anlage zu achten und genau zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Begünstigung vorliegen.

Vorsorglich sollte die Schenkung unter dem Vorbehalt des Widerrufs für den Fall einer negativen Beurteilung durch die Finanzbehörden erfolgen. Im schlimmsten Fall könnte die Schenkung dann widerrufen werden. Im Falle eines positiven Bescheids genießen Sie auch bei späteren Gesetzesänderungen Vertrauensschutz. Manche dieser Anlageformen haben darüber hinaus auch noch weitere steuerliche Begünstigungen, zum Beispiel nur Besteuerung von 0,23 Prozent der Kapitaleinkünfte. Da die Bundesregierung insoweit zur Zeit Einschränkungen diskutiert, ist Eile geboten.

10. Goldene Regel:

Vermeiden Sie ausländische Erbschaftsteuer! Ausländisches Vermögen wird immer mit dem hohen Verkehrswert und nicht dem günstigeren Steuerwert (vgl. Goldene Regel 4) angesetzt. Wenn Sie im Ausland Immobilienvermögen haben, droht außerdem die Besteuerung durch den ausländischen Fiskus. Zwar wird die im Ausland gezahlte Steuer auf die deutsche Erbschaftsteuer angerechnet, hat der ausländische Staat aber einen höheren Erbschaftsteuersatz, etwa im Fall von Spanien bis zu 80 Prozent, kann es zu einem Überhang an ausländischer Steuer kommen, der nicht anrechenbar ist.

Diese Probleme lassen sich oftmals bereits durch geschickte Gestaltung des Testaments vermeiden, etwa im Fall von Spanien. Bei größeren Vermögen kann außerdem die Einbringung von ausländischem Grundvermögen in eine deutsche GmbH & Co. KG sinnvoll sein. Vererbt wird dann eine Beteiligung an einer deutschen Gesellschaft, so dass in vielen ausländischen Staaten keine Steuerpflicht mehr besteht. Außerdem profitieren Sie unter Umständen von der Privilegierung von Betriebsvermögen (vgl. Goldene Regel 8).

Praxis-TIPP

Das Vermögen Alleinstehender, Geschiedener oder auch Verwitweter folgt zunächst dem gesetzlichen Erbrecht. Erst erben dann Kinder oder deren Abkömmlinge. Ist man selber kinderlos, erben die Eltern und gegebenenfalls deren Kinder, also Geschwister. Dies ist oft nicht gewünscht. Es empfiehlt sich daher, die gesetzliche Erbfolge durch ein individuelles Testament abzuändern. Darin können Sie frei Wunscherben bestimmen, einzelne Geldbeträge oder Gegenstände zuweisen (Vermächtnisse) oder wohltätige Organisationen bedenken.

Anzeige

Cyberattacke kann Arzt die Reputation kosten

Wenn Praxen zur Zielscheibe von Hacker-Angriffen werden, stehen Geld, Zeit und Patientendaten auf dem Spiel. Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:


Absicherung für den Ernstfall

Risikolebensversicherung: Absicherung für die Familie



Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Anzeige