Besser beraten lassen

Die größten Irrtümer über Berufsunfähigkeitsversicherungen

Aus medizinischer Sicht ist Ärzten bekannt, was „Berufsunfähigkeit“ (BU) meint. Doch rechtlich und tatsächlich können sich für sie bei Berufsunfähigkeitsversicherungen gravierende Probleme ergeben.

Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt’s viele, allerdings mit sehr unterschiedlichen Leistungsbedingungen. „Deshalb sollte genau geklärt werden, ob vorhandener oder abzuschließender Versicherungsschutz zur Absicherung der konkreten beruflichen Situation auch wirklich ausreicht“, sagt Ecovis-Anwältin Isabel Wildfeuer und warnt: „Auch das Verhältnis zwischen BU-Versicherung und Ärzteversorgung sollte bekannt sein“. Krankheit oder Unfall sind schnell gravierende Einschnitte im Leben, die zu oft die Aufgabe der beruflichen Karriere und große finanzielle Einbußen nach sich ziehen. Für private BU-Versicherer liegt Berufsunfähigkeit vor, wenn ein Arzt durch Krankheit oder Unfall, die ärztlich nachzuweisen sind, für wenigstens sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nachzugehen. Die Ärzteversorgung zahlt dagegen erst dann BU-Rente, wenn der Arzt seine gesamte berufliche Tätigkeit aufgegeben hat. Die Voraussetzungen muss zwingend einen Gutachter testieren. Und das sind die größten Irrtümer über Berufsunfähigkeitspolicen für Ärzte:

  • „Ein Arzt kann bei Berufsunfähigkeit nicht in einen anderen Beruf oder Berufszweig verwiesen werden“: Sagt Ihr Versicherungsvertrag nichts über eine Verweisung aus, müssen Sie damit rechnen, jederzeit auf eine andere ärztliche Tätigkeit verwiesen zu werden. Bei konkreten Verweisungsklauseln ist zu beachten, dass angestellte Ärzte einfacher auf eine andere ärztliche Stelle verwiesen werden können als der Niedergelassene.
  • „Infektionen sind mitversichert“: Üblicherweise ist ein wegen Infektion ausgesprochenes behördliches Berufsverbot kein Kriterium für den Anspruch auf BU-Leistungen. Beim Policen-Abschluss deshalb auf einer Infektionsklausel bestehen.
  • „Den Grad der körperlichen Beeinträchtigung stellt Ihr Arzt fest“: Dies stimmt grundsätzlich nach obiger Definition, wird im Rahmen der Arztanordnungsklausel der Versicherungsbedingungen jedoch meist wieder revidiert. „Um eine passende BU-Versicherung zu finden, ist es deshalb wichtig, sich einen unabhängigen Versicherungsmakler mit großer Erfahrung im Bereich Berufsunfähigkeit für Mediziner zu suchen und die Versicherungsbedingungen vor Abschluss rechtlich überprüfen zu lassen“, rät Ecovis-Anwältin Isabel Wildfeuer. Dagegen sollten sich Ärzte lieber nicht auf die Empfehlungen gesellschaftsabhängiger Versicherungsberater verlassen, weil diese in der Regel nur den Inhalt der Hochglanzprospekte und der Verkaufsschulungen wiedergeben.

A&W-TIPP

Damit Ärzte …
… wirklich ausreichend für den Fall der Berufsunfähigkeit abgesichert sind, sollten sie sich vor dem Abschluss einer BUVersicherung von einem fachkundigen Anwalt beraten lassen oder gleich einen kompetenten Versicherungsmakler einschalten.

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