Entwicklung für die Mehrheit positiv

Haus- und Fachärzte sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden

Zwar hat erst kürzlich ein Gutachten bestätigt, dass viele Arztpraxen betriebswirtschaftlich schlecht dastehen, doch das persönliche Empfinden der Ärzte sieht anders aus. Nach ihrem monatlichen Einkommen gefragt, zeigen sich deutlich mehr Ärzte und Fachärzte zufrieden als in den vergangenen Jahren.

Seit 2012 geben der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (NAV-Virchow-Bund) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Ärztemonitor in Auftrag. Für die aktuelle Studie wurden rund 11.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten befragt. Vor allem die Ergebnisse zum Thema Einkommen und Wirtschaftlichkeit dürften einige Branchenvertreter überraschen. Denn die Situation der Befragten ist keinesfalls schlecht. Im Gegenteil: Die Stimmung steigt.

So gaben 95 Prozent der Haus- und Fachärzte an, Spaß an ihrem Beruf zu haben. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 52,2 Stunden und 44,6 Patienten am Tag fühlen sich allerdings 30 Prozent der Befragten „ausgebrannt“. Über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen klagen allerdings deutlich weniger Ärzte als in den vergangenen Jahren.

Vielmehr zeigt die Befragung, dass sich die finanzielle Situation in den Arztpraxen seit 2012 stetig verbessert hat. So sind aktuell 17 Prozent der Hausärzte mit ihrem persönlichen Einkommen „sehr zufrieden“.  Vor 2 Jahren schätzen nur 13 Prozent ihre Situation so positiv ein. Weitere 53 Prozent sind 2016 mi ihrem Einkommen „eher zufrieden“ (2014: 48 %, 2012: 47%). 25 Prozent sind derzeit „eher unzufrieden“ (2014: 30 %, 2012: 33%)  und nur 5 Prozent „sehr unzufrieden“ (2014: 8 %, 2009: 47%).

Die Zufriedenheit der Fachärzte liegt zwar unter der der Hausärzte, dennoch geht es auch hier seit Jahren aufwärts: Aktuell sind 14 Prozent der Befragten sehr zufrieden mit ihrem Einkommen. 2014 lag dieser Wert bei 13 Prozent, 2012 sogar nur bei 10 Prozent. Aktuell sind 50 Prozent „eher zufrieden“ mit dem persönlichen Einkommen, auch hier sind die Werte deutlich gestiegen (2014: 46 % , 2012: 45 %). 27 Prozent der befragten Fachärzte sind derzeit „eher unzufrieden“ und acht Prozent „sehr unzufrieden“ mit ihrer Einkommenssituation.

Mit der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis sind heute 65 Prozent der Haus- und Fachärzte zufrieden. Bei den Hausärzten bewerten 16 Prozent die wirtschaftliche Lage ihrer Praxis als sehr gut, weitere 57 Prozent sind „eher zufrieden“. 20 Prozent sind „eher unzufrieden“ und nur 4 Prozent „sehr unzufrieden“.

Bei Fachärzten sieht es nicht ganz so gut aus: Hier zeigen sich 8 Prozent sehr unzufrieden mit der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis. Weitere 27 Prozent sind eher unzufrieden. Dennoch ist der Großteil im positiven Bereich: Insgesamt sind 61 Prozent der Fachärzte „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“.

Dennoch gibt es Grund zur Sorge, wie Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, erklärt: „Der Anstieg bei den Zufriedenheitswerten verläuft nicht für alle Fachgruppen gleich. Während die Hausärzte seit 2012 ein erfreuliches Plus verzeichnen konnten, halten insbesondere die grundversorgenden Fachärzte bei dieser Entwicklung nicht Schritt. Das darf angesichts des zunehmenden Ärztemangels gerade in den ländlichen Regionen nicht zum Dauerzustand werden“.

Die größte Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland wurde vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) durchgeführt.

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