Treue Patienten sollen belohnt werden

Hausärzteverband fordert Boni-Pflicht für Krankenkassen

Kassenpatienten, die im Krankheitsfall immer den gleichen Hausarzt aufsuchen, sollen konsequenter belohnt werden. Der Deutsche Hausärzteverband hat auf seinem 38. Hausärztetag entsprechende finanzielle Anreize von den Krankenkassen gefordert.

Der Deutsche Hausärzteverband fordert einen Bonus für Patienten, die an den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) teilnehmen. Dies sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt im Rahmen des 38. Deutschen Hausärztetages. Damit sollen Patienten davon abgehalten werden, im Krankheitsfall selbständig mehrere Ärzte hintereinander aufzusuchen. „Wir halten es für sinnvoll und notwendig, dass die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet werden, ihren Versicherten HZV-Boni anzubieten“, so Weigeldt. Bereits heute sind die Kassen gesetzlich dazu angehalten, für ihre HZV-Versicherten besondere Satzungsleistungen vorzusehen.

In Deutschland ist die Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte im europäischen Vergleich besonders hoch. Wissenschaftliche Evaluationen zeigen, dass durch die HZV die Zahl unkoordinierter Facharztbesuche und Krankenhauseinweisungen nachhaltig reduziert werden, sagt Weigeldt.

Die HZV-Verträge sehen vor, dass die teilnehmenden Patienten immer zuerst ihren gewählten Hausarzt aufsuchen. Bei Bedarf koordiniert dieser die weitere Behandlung mit Fachärzten, Kliniken und Beschäftigten anderer Heilberufe. Knapp 80 Prozent sämtlicher Beschwerden werden vom Hausarzt behandelt. Wissenschaftliche Evaluationen zeigen, dass dieses System zu einer besseren Qualität der Versorgung führt und gleichzeitig besonders wirtschaftlich ist. Die Teilnahme ist für Versicherte und Hausärzte freiwillig. Über vier Millionen Versicherte nehmen bundesweit bereits teil.

„Patienten, die konsequent zunächst ihren Hausarzt aufsuchen, profitieren nicht nur von einer qualitativ besseren Versorgung, sondern verhalten sich auch wirtschaftlich verantwortungsbewusst. Daher sollten sie hiervon auch einen finanziellen Nutzen haben und einen Bonus erhalten. Dies kann beispielsweise durch Zuzahlungsbefreiungen bei Medikamenten geschehen“, sagte Weigeldt.

Einige Krankenkassen, wie die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK, bieten ihren Versicherten bereits Boni an. Eine Verpflichtung dazu sei eines der zentralen Anliegen der Hausärztinnen und Hausärzte im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017. „Die Idee ist zwar bereits im Sozialgesetzbuch verankert, notwendig ist aber eine Konkretisierung, damit die Patienten auch wirklich flächendeckend profitieren“, so Weigeldt.

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