Versicherung darf Zahlung deckeln

Hausratsversicherung: Warum Ärzte zu Hause kein Bargeld horten sollten

Die Einbrüche in Deutschland häufen sich. Dennoch haben viele Ärzte größere Barbeträge im Haus. Schließlich ersetzt im Zweifelsfall ja die Hausratsversicherung den Schaden – so jedenfalls die Annahme. Allerdings schützen sich die meisten Versicherungen meist mit einer Klausel gegen zu viel Unvernunft ihrer Kunden. Zu Recht, wie ein Gericht jetzt festgestellt hat.

Hausratsversicherungen müssen bei einem Einbruch nicht zwingend das gesamte gestohlene Bargeld ersetzen. Vielmehr dürfen sie dem Kunden via Vertrag eine Obergrenze setzen. Entsprechende Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind wirksam, wie das Oberlandesgericht Oldenburg jetzt festgestellt hat (Beschluss vom 13.1.2017, Az.: 5 U 162/16).

In dem Streitfall hatte ein Restaurantbesitzer aus Osnabrück geklagt, dem bei einem Einbruch in seinen Privaträumen Bargeld in erheblicher Höhe gestohlen wurde. Er hatte in seinem Haus unter anderem Trinkgelder aus seinem Betrieb gesammelt und in bar aufbewahrt. Den Schaden meldete er seiner Versicherung. Doch die weigerte sich, den kompletten Bargeldbetrag zu erstatten.

Wie die Versicherung erklärte, werde ihm nur ein Betrag von maximal 1.100 Euro ersetzt. Man verwies auf die Vertragsbedingungen: Das sei die vereinbarte Obergrenze für Bargeld, das nicht in einem Tresor aufbewahrt werde.

Vertragsklausel ist wirksam

Der Mann klagte und erklärte vor Gericht, die Klausel sei überraschend und daher nicht wirksam. Die Versicherung hätte ihn ansonsten explizit darauf hinweisen müssen. Schließlich müsse man bei einem Restaurantbesitzer damit rechnen, dass dieser Tageseinnahmen oder Trinkgelder in beträchtlicher Höhe mit nach Hause nimmt. Da die Versicherung den Hinweis versäumt habe, könne sie sich jetzt nicht darauf berufen.

Die Richter sahen das allerdings anders. Es gäbe in diesem Fall keine gesonderte Hinweispflicht der Versicherung. Vielmehr könne vom Kunden erwartet werden, dass er mit einer Beschränkung für Bargeldbeträge rechnet, die nicht in einem Tresor aufbewahrt werden. Die entsprechende Klausel sei daher keinesfalls überraschend. Auch benachteilige sie den Kunden nicht in unangemessener Weise.

Erschwerend kam in diesem Fall hinzu, dass dem Restaurantbesitzer im Rahmen eines weiteren Versicherungsfalles schon einmal nur der gedeckelte Geldbetrag ausgezahlt worden war. Die Klausel konnte als nicht überraschend für ihn sein, weil er sie nachweislich schon kannte.

Praxis-Tipp:

Wenn Sie Bargeld im Haus aufbewahren, sollten Sie auf jeden Fall nachschauen, wie hoch die Obergrenze Ihrer Versicherung ausfällt. Im Zweifelsfall ist es sicherer, dieses Maximum nicht zu überschreiten. Am bestenbewahren sie das Geld in einem sicheren Tresor auf.

 

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