Heilberufliche Tätigkeiten

Umsatzsteuer-Pflicht oder nicht?

Die meisten ärztlichen Leistungen sind von der Umsatzsteuer befreit. Doch Vorsicht: Das gilt nicht pauschal. Ärzte sollten deshalb besonders die Kleinunternehmergrenze im Auge behalten.

 Heilberufliche Tätigkeit ist von der Umsatzsteuer befreit. Doch nicht alle von Ärzten erbrachten Leistungen sind steuerfrei. „Was keine Heilbehandlung ist, unterliegt also der Umsatzsteuer“, erklärt Ecovis-Steuerberater Tobias Koch. „Denn Heilbehandlung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist nur, was Vorbeugung, Diagnose, Behandlung sowie Heilung dient.“

1. Gutachten und Atteste sind nur steuerfrei, wenn damit Schutz oder Wiederherstellung der Gesundheit erreicht werden soll. Das ist nicht der Fall bei Gutachten,

  • die für Vaterschafts-, Ehelichkeits- oder Schadensersatzprozesse erstellt werden;
  • die Versicherungsabschlüssen dienen;
  • die Berufs-/Erwerbsfähigkeit belegen;
  • Umsatzsteuerpflichtig sind auch Atteste über Kindergartentauglichkeit.

2. Ästhetische Behandlungen. Bei ihnen richtet sich die Umsatzsteuerpflicht ebenfalls danach, ob eine medizinische Indikation der Behandlung vorliegt. Umsatzsteuerpflichtig sind deshalb etwa Faltenbehandlungen etc.

3. IGeL. Auch die hängen vom Einzelfall ab. Dass die GKV die Kostenübernahme ablehnt, lässt dabei noch keine Rückschlüsse auf die Umsatzsteuerpflicht zu.

4. Schriftstellerische und Vortragstätigkeit ist immer umsatzsteuerpflichtig. Dies gilt auch, wenn sie sich an medizinisches Fachpublikum wendet.

„So gut wie jeder Arzt erbringt daher Leistungen, die grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig sind“, resümiert Ecovis-Steuerberater Koch. Schutz bietet aber meist die „Kleinunternehmerregelung“: Betragen die umsatzsteuerpflichtigen Umsätze einschließlich Umsatzsteuer im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro und übersteigen sie im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro nicht, sind die Umsätze dennoch von der Umsatzsteuer befreit.

 

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