Interview mit Pia Bölingen, FINUM.Private Finance AG in Biberach an der Riß

„Auf den Ölpreis wirken unzählige Faktoren“

Frau Bölingen, was sind die wichtigsten Faktoren für einen steigenden Öl- bzw. Heizölpreis?
Pia Bölingen: Da gibt es sehr viele mögliche Faktoren. Der Preis kann steigen, weil eine Förderbremse vereinbart oder verlängert wird, wie Anfang Dezember, oder wenn es zu Ausfällen in einem wichtigen Förderland, etwa Nigeria, kommt. Bei einer unerwartet starken Weltwirtschaft oder nach Naturkatastrophen sind ebenfalls Preissteigerungen möglich.

Gibt es Ereignisse, die den Ölpreis dämpfen oder zu Preisrückgängen führen?
Denken Sie an die umstrittene Fracking-Technologie in den USA. Sie hat die Kräfteverhältnisse am Ölmarkt strukturell verändert, denn ab einem gewissen Ölpreis kommt das durch Fracking geförderte Öl auf den Markt. Das wirkt wie ein Deckel für übertriebene Preisanstiege. Kurzfristig dämpfend wirkt etwa eine Rezession, wie man 2008 sehen konnte.

Lässt sich unter diesen Umständen die Preisentwicklung vernünftig prognostizieren?
Ich halte fundamentale Prognosen für so gut wie unmöglich, denn niemand kann all die Kräfte einschätzen, die auf den Ölmarkt einwirken. Die Analyse der Preisbewegungen selbst ist zwar auch nicht perfekt. Doch mit der sogenannten technischen Analyse lässt sich wenigstens der längerfristige Trend am Markt identifizieren – und aktuell weist dieser Trend nach oben. (julu)

Info-kompakt: Preiszyklen beim Heizöl

Wann ist Heizöl am billigsten – im Sommer, wenn es angeblich niemand braucht? Falsch! Statistiker, die die Preisentwicklung von Rohöl bzw. Heizöl in den vergangenen 30 Jahren untersucht haben, fanden heraus: Im März und April ziehen die Preise im Durchschnitt deutlich an, während sie von Mai bis Juli eher seitwärts laufen. Im August und September verteuerte sich das schwarze Gold in den vergangenen 30 Jahren erneut spürbar, während die Preise von Oktober bis in den Februar fielen. Fazit: Wer die Haushaltskasse schonen will, kauft sein Heizöl am besten im Januar oder bis Mitte Februar.

 

Anzeige

Umsatzrechner für die Arztpraxis – objektiv, transparent und individuell

Terminausfälle, kurzfristige Absagen oder Verschiebungen und die Bindung von Ressourcen am Telefon sind die häufigsten Ärgernisse und Kostenpunkte für Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen. Digi... Mehr
Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

Weitere Artikel zum Thema:

Infografik der Woche

Immobilien: Wo sich kaufen noch lohnt


Immobilienrecht

Privates Ferienhaus steuerfrei verkaufen


Sichere Einnahmen für Ärzte

Immobilien vermieten: Einnahmensicherung – ganz ohne Krankenkasse


Grafik der Woche

Immobilien-Markt: Die besten und schlimmsten Städte für Mieter


Steuerersparnisse

Behindertengerechter Umbau: BFH lehnt Kosten-Verteilung ab