Informationen sollen Praxen und Klinken helfen

Helios entwickelt Verfahren zur Wiederaufbereitung von FFP-Masken und veröffentlicht Details

Angesichts der fortdauernden Knappheit von Schutzmaterialien während der Corona-Krise haben Experten von Helios in den letzten Wochen ein sicheres Verfahren zur Wiederaufbereitung von sogenannten FFP-Masken entwickelt. Damit auch andere Kliniken und Praxen davon profitieren, wurden die Details jetzt veröffentlicht.

FFP2- und FFP3- Masken sind hocheffektive Schutzmasken, die medizinisches und pflegerisches Personal im Umgang mit Covid-19-Patienten verwendet. Das jetzt entwickelte Verfahren, mit dem Helios seit letzter Woche seine Masken wiederaufbereitet, geht deutlich über die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinaus und ermöglicht so eine Wiederverwendung ohne Personalisierung. Ab sofort können bei Helios durch das Verfahren täglich 8.000 Masken aufbereitet werden.

So funktioniert das Helios Verfahren

Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schließt Helios aus und hat die Informationen zur Verfahrensweise stattdessen online gestellt, damit sie auch von anderen Kliniken und Praxen genutzt werden können.

Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten. So werden die Masken zunächst nach RKI-Empfehlung trocken für 35 Minuten bei 70 Grad in so genannten Reinigungs- und Desinfektionsgeräten behandelt. Anschließend erfolgt zusätzlich die Aufbereitung in Umluft-Konvektoren bei 70-75 Grad über insgesamt neun Stunden. Diese beiden Verfahren in Kombination führen zu einem Aufbereitungswert A0 von 3.000. Zum Vergleich: Nach dem durch das RKI beschriebenen Verfahren wird ein A0-Wert von 60 erreicht; dabei gilt, je höher der A0-Wert, desto größer ist die Desinfektionswirkung.

 „Wir konnten nachweisen, dass Erreger von Covid-19, aber auch andere Krankheitserreger, in unserem Verfahren sicher abgetötet werden. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die Masken nicht personalisiert ausgegeben werden müssen und von jedem als neuwertig genutzt werden können,“ so Karl-Heinrich de Roi, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur bei Helios, zu dem auch der Bereich Sterilgutaufbereitung gehört. Die im Testverfahren behandelten Masken wurden sowohl mikrobiologisch als auch strukturell in Partikelrückhalteprüfungen und in weiteren Tests von unabhängigen Laboren als neuwertig bestätigt.

Die Entwicklungsschritte des Verfahrens – gescheiterte wie erfolgreiche – beschreibt Helios in einem Paper, das ebenfalls öffentlich zugänglich ist. „Auch aus gescheiterten Versuchen haben wir viel gelernt und wollen andere in unsere Gedanken und Erkenntnisse einbeziehen“, so de Roi.  Verbunden mit der Aufbereitung wurde ein logistisches Konzept entwickelt und mit der Arbeitssicherheit abgestimmt, damit Mitarbeiter während des Prozesses geschützt sind und zugleich die Masken nach der Aufbereitung hygienisch sicher in die Kliniken zurückbringen.

Alle Informationen zur Aufbereitung sind online unter www.helios-gesundheit.de/maskenaufbereitung einsehbar.

Entwickelt wurde das Verfahren durch Experten bei Helios, unterstützt durch Mitarbeiter des Unternehmens VAMED, das wie Helios zum Fresenius-Konzern gehört und die Sterilgutaufbereitung für Helios umsetzt. Beratend wurden mehrere Institute und Unternehmen einbezogen. Dazu gehören die Fresenius Medical Care Deutschland, das Krankenhaushygiene-Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe sowie die Unternehmen RJL Micro & Analytic GmbH in Karlsdorf-Neuthard und die Herotron E-Beam Service GmbH in Bitterfeld-Wolfen, MMM Münchner Medizin Mechanik Group; Planegg/München und Belimed Deutschland GmbH; Mühldorf a. Inn.

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