Unfallschutz und Haftpflicht

Hilfe für Helfer: Wie Ehrenamtliche abgesichert sind

Millionen Menschen leisten neben ihrem beruflichen Engagement auch ehrenamtliche Arbeit. Darunter sind auch viele Mediziner. Doch was passiert eigentlich, wenn ihnen dabei etwas passiert oder sie Schaden anrichten? In solchen Fällen gibt es für die Ehrenamtlichen Unterstützung durch Versicherungen. Das Wesentliche ist gesetzlich geregelt.

(dpa/tmn) Sie kümmern sich um Alte und Kranke, betreuen Kinder, greifen Flüchtlingen unter die Arme, agieren als Heimbeirat, rücken zum Löschen aus oder sind politisch aktiv: Mehr als 20 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Darunter sind auch viele Ärzte und Psychotherapeuten. Doch was passiert eigentlich, wenn Freiwilligen im Dienst für die Gesellschaft etwas passiert? Sie einen Unfall haben oder Schaden verursachen? Wer kommt für die finanziellen Folgen auf?

Für ehrenamtlich Tätige gibt es eigene Versicherungen, die existenzielle Risiken wie Unfall und Haftpflicht abdecken. Schutz besteht sowohl auf gesetzlicher als auch auf freiwilliger Basis, wie Holger Niese erläutert. Er ist beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zuständig für Versicherungsfragen.

Den gesetzlichen Unfallschutz gewährleisten oft Berufsgenossenschaften (BG) und Unfallkassen. Beide springen zum Beispiel ein für diejenigen, die anderen Menschen in Notsituationen helfen. Dazu zählen auch Mitglieder von Rotem Kreuz und Rettungsdiensten. Auch in der Alten-, Wohlfahrts- und Gesundheitspflege sowie in der Kirche Engagierte und ehrenamtliche Kommunalpolitiker sind erfasst. Die Versicherung läuft über die jeweiligen Organisationen.

Übungsleiter in Sportvereinen genießen laut Niese gesetzlichen Schutz durch die BG, sollten sie sich zum Beispiel verletzen. Eltern, die Kinder zu Training und Wettkampf chauffieren, fallen jedoch durchs Raster, erklärt Christine Ramsauer von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Dies sei vergleichbar «mit der Bringpflicht zur Schule im Rahmen der elterlichen Fürsorge».

Für rund eine Million Feuerleute im Land existieren Regelungen ähnlich «einem Flickenteppich, weil Ländersache», sagt Carsten-Michael Pix vom Deutschen Feuerwehrverband. Brandlöscher in Bayern und Nordrhein-Westfalen seien durch die Unfallkassen geschützt, während etwa in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt Feuerwehrunfallkassen diese Aufgabe übernähmen.

Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit genießen den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. «Hier ist immer die Tätigkeit im Einsatz selbst versichert und auch der Hin- und Rückweg zum Einsatz- und Wohnort», erläutert Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Voraussetzung: Der Helfer ist von Bund, Land oder Kommune beauftragt.

Anzeige

Cyberattacke kann Arzt die Reputation kosten

Wenn Praxen zur Zielscheibe von Hacker-Angriffen werden, stehen Geld, Zeit und Patientendaten auf dem Spiel. Mehr
Author's imageSteven OhleProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Rettungsdienst

Honorar-Notärzte von der Sozialversicherungspflicht befreit


Aktuelles Video

Die fünf dümmsten Versuche, die Versicherung zu betrügen


Für Neuverträge

Garantiezins für Lebensversicherungen soll stabil bleiben


Grad der Fahrlässigkeit zählt

Selbst schuld: Wann die Versicherung die Zahlung verweigern darf


Versicherer kann bei Zweifeln die Zahlung verweigern

Diebstahl: Ohne Beweise bleiben Sie auf dem Schaden sitzen


Anzeige