Verträge mit Angehörigen

Betriebsausgaben: Hilft Ihr Nachwuchs in der Praxis aus?

Wenn Niedergelassene Zahlungen an ihre Sprösslinge von der Steuer absetzen, lautet die Diagnose vieler Finanzbeamter: Scheinarbeitsverhältnis. Das braucht Sie aber nicht zu stören: Eine Zahnärztin hat jetzt vorgemacht, wie Lohnzahlungen sicher zu Betriebsausgaben werden.

Arbeitsverhältnisse mit nahen Angehörigen, vor allem mit Kindern, erkennen die Finanzämter nur an, wenn sie

– zivilrechtlich wirksam (ernsthaft) vereinbart wurden,

– inhaltlich dem „Fremdvergleich“ standhalten, also wie unter fremden Dritten, und

– tatsächlich wie vereinbart durchgeführt werden.

Besonders genau schauen die Finanzbeamten hin, wenn gut verdienende Steuerzahler ihre Kinder für Botengänge, Telefondienst oder Putztätigkeiten beschäftigen. Zum einen wird vorschnell ein so genanntes Scheinarbeitsverhältnis unterstellt, zum anderen wird argumentiert, solche Tätigkeiten seien den gesetzlichen Mitwirkungspflichten noch im Haushalt der Eltern lebender Kinder zuzurechnen (vgl. § 1619 BGB) und könnten schon deshalb nicht Gegenstand eines gesonderten Arbeitsverhältnisses sein.

Das Urteil des Sächsischen Finanzgerichts vom 17. April 2009 (Aktenzeichen: 6 K 1713/05) spricht hier eine ganz andere Sprache. Im Streitfall hatte eine selbstständige Zahnärztin ihren damals 23-jährigen Sohn knapp drei Jahre lang für wöchentlich rund sieben Stunden in ihrer Praxis beschäftigt. Zum Aufgabenbereich des Sohnes gehörten Botengänge, Kurierdienste, Fahrten zur KZV, Patiententransporte und die Betreuung der EDV. Außerdem sollte er unterstützend bei der Vorbereitung der Buchhaltungsunterlagen für den Steuerberater tätig werden.

Das Finanzgericht hat das Arbeitsverhältnis steuerlich anerkannt und der Zahnärztin somit einen Betriebsausgabenabzug von über 11.000 Euro gesichert. Die Zahnmedizinischen Fachangestellten hatten vor Gericht bestätigt, dass der Sohn, wie vertraglich fixiert, in der Praxis, beziehungsweise für die Praxis tätig war. Den Einwand der steuerlich unbeachtlichen Familienhilfe im Sinne des bürgerlichen Rechts wiesen die Finanzrichter mit dem Hinweis ab, dass der Sohn während seiner knapp dreijährigen Tätigkeit gar nicht mehr zum Haushalt der Eltern gehört habe. Außerdem seien die Tätigkeiten (u. a. Betreuung der EDV, Softwareumstellung etc.) speziell auf seine Fähigkeiten als ausgebildeter Elektriker zugeschnitten gewesen.

A&W-Tipp

Damit Sie nicht in Argumentationsnöte geraten, sollten Sie das Tätigkeitsfeld im Arbeitsvertrag genau beschreiben und darauf achten, dass sich die Arbeiten auch zeitlich mit dem weiteren privaten/beruflichen Umfeld Ihres Kindes (Ausbildung, Beruf, Studium) vereinbaren lassen.

Anzeige

Datenschutz in der Arztpraxis: Patientenunterlagen vor unbefugter Einsicht schützen

Ärzte und Praxisteam müssen sicherstellen, dass kein Unbefugter Zugriff auf Praxis- oder Patientendaten erhält. Der PC muss deswegen auch bei nur kurzzeitigem Verlassen des Arbeitsplatzes immer ges... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Verpflegungsmehraufwendungen

Neue Pauschalbeträge für Auslandsreisen


Verfahren vor dem Bundesgerichtshof

Benzinrechnung für Dienstwagen beim Finanzamt einreichen



Anzeige