Honorarbericht der KBV

Höhere Umsätze für fast alle Arztgruppen

Die Situation der Vertragsärzte und Psychotherapeuten hat sich laut dem Honorarbericht der KBV leicht verbessert. Wie die Zahlen für das zweite und das dritte Quartal 2015 zeigen, stieg die Gesamtvergütung  um etwa drei Prozent. Allerdings ist das nur der Bundesdurchschnitt und der kam bei vielen Ärzten gar nicht an.

Frühjahr und Sommer 2015 bescherten Vertragsärzten und Psychotherapeuten immerhin ein kleines Plus bei der Gesamtvergütung. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Sonderthemen der KBV-Honorarberichte hervor. Laut den aktuellen Zahlen sind die Honorarumsätze damit zwei Quartale in Folge gestiegen. Das bekam allerdings nicht jeder niedergelassene Arzt zu spüren.

Honorarumsätze II. Quartal

So erhöhte sich der Honorarumsatz je Arzt im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent (+1.201 Euro auf 53.074 Euro). Der Umsatz je Behandlungsfall stieg im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent (+2,03 Euro auf 64,61 Euro).

Das ist allerdings nur der Bundesdurchschnitt, es profitierten also nicht alle Ärzte und Psychotherapeuten gleichermaßen. So konnten die Niedergelassenen in Bayern beim Honorarumsatz je Arzt ein Plus von 4,3% verzeichnen. Auch in Niedersachsen (3,2%), Bremen (2,9%), Hessen (2,6%) und Hamburg (2,4%) lag man über dem Durchschnitt. Ganz anders die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von nur 0,4%. In Sachsen mussten die Niedergelassenen sogar ein Minus (-2%) hinnehmen.

 Honorarumsätze III. Quartal

Mit 0,7 Prozent (+341 Euro auf 51.483 Euro) fiel der Anstieg des Honorarumsatzes je Arzt im dritten Quartal 2015 allerdings auch im Bundesdurchschnitt wieder deutlich geringer aus. Der Umsatz je Behandlungsfall stieg um 2,9 Prozent (+1,78 Euro auf 63,35 Euro).

Den größten Zuwachs gab es mit 3,3% bei der KBV-Mitgliedern im Saarland. Auch Schleswig-Holstein (2,25), Hamburg (1,2%), Bremen und Niedersachsen (je 2,2%), Nordrhein (1,5%), Hessen (2,1%), Rheinland-Pfalz (2,0%), Baden-Württemberg (0,6%) und Thüringen (2,3%) konnten ein Plus verzeichnen. In allen anderen KBV-Gebieten wurde eine negative Entwicklung verzeichnet.

Höherer Honorarumsatz für die meisten Ärzte

Immerhin konnten laut Honorarbericht nahezu alle Arztgruppen höhere Umsätze erzielen: Im hausärztlichen Versorgungsbereich hat sich im zweiten Quartal 2015 der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt um 3,5 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 4,5 Prozent gestiegen. Bei den Fachärzten ist der Honorarumsatz je Arzt um 1,2 Prozent und je Behandlungsfall um 2,4 Prozent gestiegen.

Im dritten Quartal 2015 hat sich bei den Hausärzten der durchschnittliche Honorarumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,1 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 2,1 Prozent gestiegen. Im fachärztlichen Versorgungsbereich sind der Honorarumsatz je Arzt um 0,4 Prozent und der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 3,5 Prozent gestiegen.

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