Urteil

Höhere Zinsen für Gesellschafterdarlehen rechtens

Gewährt ein Arzt als Gesellschafter eines MVZ seiner Einrichtung ein Darlehen, fallen die Zinsen daraus nicht unter die Abgeltungssteuer, entschied das Finanzgericht Münster.

Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin einer GmbH, an der sie zu 50 Prozent selbst beteiligt war, mehrere Darlehen gewährt, um den Kapitalbedarf des Unternehmens zu decken. Die von der GmbH gezahlten Zinsen unterwarf das Finanzamt dem persönlichen Steuersatz der Klägerin und verwies auf die Ausnahmevorschrift für Gesellschafterdarlehen.

Die Ausnahmevorschrift sei verfassungswidrig, meinte die Klägerin und verlangte die Anwendung des niedrigeren Abgeltungssteuersatzes von 30 Prozent.

Doch das Finanzgericht (FG) Münster urteilte, dass Zinsen auf Darlehen eines Gesellschafters an sein eigenes Unternehmen nicht mit der Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte besteuert werden können. Es gilt der meist höhere individuelle Steuersatz des Gesellschafters, heißt es im Urteil des FG. Verfassungsrechtliche Bedenken teilten die Richter nicht, insbesondere das Gleichheitsgebot sei nicht verletzt worden. (Az.: 12 3703/11 E)

Die Klägerin hat gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof in München eingelegt.

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