Honorar-Einigung 2015

Honorar-Einigung: 800 Millionen statt 5 Milliarden

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich  Ende August auf ein Honorar-Plus für 2015 geeinigt. Insgesamt können die Ärzte mit 800 Millionen Euro mehr im kommenden Jahr rechnen.

Die Hausärzte erhalten für die Beschäftigung von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistentinnen (Verah) und deren Hausbesuche 132 Millionen Euro mehr. Die Verah werden damit in die Regelversorgung übernommen. Nach Angaben von KBV und GKV-Spitzenverband fließt dieses Geld außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Gleiches gilt für weitere 132 Millionen Euro, die die Fachärzte zusätzlich für die Leistungen der fachärztlichen Grundversorgung bekommen. Alle niedergelassenen Ärzte erhalten zusätzlich 536 Millionen Euro mehr Honorar. Der Orientierungspunktwert steigt somit um 1,4 % auf 10,27 Cent (bislang 10,13 Cent).

Das Verhandlungsergebnis wurde von den Berufsverbänden mit Enttäuschung quittiert, nachdem der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen im Vorfeld ein Ziel von 5 Mrd. Euro genannt hatte. Auch der schnelle Vertragsabschluss nach nur wenigen Stunden überraschte Beobachter.

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, hat angesichts des Verhandlungs­ergebnisses seine Forderung nach einer grundsätzlichen Neuordnung des Honorarsystems bekräftigt. „Keines der von der KBV gesteckten Ziele ist erreicht worden“, klagte der Vorsitzende des NAV-Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich. Die Anhebung des Orientierungspunktwertes gleiche nicht einmal die Inflationsrate aus. „Ich bin enttäuscht und gleichzeitig irritiert“, kommentierte der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI), Dr. Wolfgang Wesiack, das Verhandlungsergebnis. Die Strategie der KBV sei „völlig falsch“ gewesen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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