KBV fordert 1,4 Prozent mehr für Ärzte

Einigung beim Orientierungswert lässt auf sich warten

KBV und Kassen haben noch keine Einigung beim Orientierungswert für 2017 erzielt. Nun soll der Erweiterte Bewertungsausschuss am 21. September tagen und über die künftigen Arzt-Honorare entscheiden.

Bei den Verhandlungen von KBV und GKV-Spitzenverband über die Höhe der vertragsärztlichen Vergütung in 2017 sind sich die Vertragspartner bislang nicht über die künftigen Arzt-Honorare einig geworden. Während die Krankenkassen gerne eine Nullrunde beim ärztlichen Einkommen hätten, will die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine Anhebung um 1,4 Prozent durchfechten. Nachdem man auf keinen gemeinsamen Nenner kommen konnte, wurde der Erweiterte Bewertungsausschuss eingeschaltet. Der wird am 21. September über die Anpassung des Orientierungswertes und damit über den künftigen Verdienst der niedergelassenen Ärzte beraten.

Eine nachteilige Entscheidung gegen die Ärzteschaft wird es aber nicht geben, das macht die KBV schon im Vorfeld deutlich. Eine Null-Runde bei den Arzt-Honoraren sei  „für uns nicht akzeptabel“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Zwar hätten sich die Kosten in den Praxen insgesamt recht günstig entwickelt, dies rechtfertige aber nicht, die Preise einzufrieren, heißt es in einer Mitteilung.

Die KBV fordert eine Anhebung des Orientierungswertes um 1,4 Prozent. Dieser beträgt aktuell 10,4361 Cent und würde damit auf 10,5822 Cent steigen. Zusätzlich will die KBV rund 120 Millionen Euro mehr im kommenden Jahr für strukturelle Maßnahmen. Mit diesem Geld sollen erneut Vorhaben gefördert werden, die die haus- und fachärztliche Grundversorgung stärken.

Bei ihrer Argumentation bringt die KBV vor allem die steigenden Gehälter der Ärzte und Oberärzte in Krankenhäusern ins Spiel: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Vertragsärzte von der allgemeinen positiven Lohnentwicklung bei Ärzten ausgeschlossen sein sollten“, kritisierte Gassen.

Gassen wies darauf hin, dass bei den Beschlussfassungen der vergangenen Jahre zum Orientierungswert eine Entwicklung des kalkulatorischen Arztlohnes ganz offensichtlich berücksichtigt wurde. Der Beschluss im letzten Jahr für den diesjährigen Orientierungswert war im Erweiterten Bewertungsausschuss nur mit den Stimmen der Krankenkassen gefasst worden. In diesem Jahr lehnt der Spitzenverband es ab, die ärztliche Leistung bei der Anpassung der Preise zu berücksichtigen.

Beim Behandlungsbedarf sind die Verhandlungspartner indes einen Schritt weiter gekommen. Das sogenannte Klassifikationsmodell, mit dem die regionalen diagnose- und demografiebezogenen Veränderungsraten ermittelt werden, wurde am Mittwoch beschlossen, sodass jetzt die Berechnungen beginnen können, wie die KBV mitteilt.

Wird die Empfehlung zu den Veränderungsraten des kommenden Jahres am 21. September beschlossen, verhandeln auf deren Basis dann ab Herbst die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen über die Höhe der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung im Jahr 2017.

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