Das war wohl nichts. ZDF!

IG Med wehrt sich gegen Berichte über angebliche ärztliche Abzockerei

Die Interessengemeinschaft Medizin kritisiert die nach ihrer Ansicht einseitige, ungenügend recherchierte „Dokumentation“ über angebliche ärztliche Abzockerei. „Wir prüfen derzeit eine Beschwerde beim Presserat“, so Dr. Steffen Grüner, 1. stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft Medizin (i.G.).

Am 18.06.2018 habe man zur besten Vorabendstunde ein Lehrstück darüber gezeigt, wie sich seriöser Journalismus zur sensationsgesteuerten „Meinungsmaschinerie“ wandeln lasse. In der ZDF-Dokumentation „Patient im Visier – Ärzte zocken ab“ wurde in einer tendenziösen Aneinanderreihung von schlecht recherchierten Behauptungen aus dem Mund sehr einseitig ausgewählter „Meinungsführer“ einmal mehr die ärztliche Arbeit in unerträglicher Weise diffamiert, so der Vorwurf der Interessengemeinschaft Medizin.

„Von einem seriösen Journalismus erwarte ich, dass Behauptungen mit entsprechenden Zahlen und Statistiken untermauert werden,“ erklärt Dr. Ilka Enger, Vorsitzende der IG Med i.G. „Wenn ein Staatsanwalt wie Herr Bradle oder die Chefermittlerin der KKH bezüglich Ermittlungsverfahren gegen Ärzte wegen Betrugs und Korruption zitiert werden, so wäre zur Einordnung der Größenordnung dieses Problems für den Zuschauer eine Statistik zu den Fallzahlen wünschenswert und sinnvoll gewesen.“

Ohne eine solche Einordnung in den Kontext blieben die Aussagen der Sendung reißerisch und seien dazu angetan, die Ärzteschaft insgesamt zu diskreditieren und ohne Not das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nachhaltig zu beeinträchtigen.

„Wer sich ein bisschen gesundheitspolitisch auskennt, weiß, dass die Äußerungen des Kollegen Wodarg zu Anwendungsbeobachtungen und deren Bezahlung durch Pharmafirmen inzwischen streng kontrolliert sind und längst der Vergangenheit angehören,“ führt Bernhard Salomon, Schatzmeister der IG Med aus. „Die Sendung erweckte aber den Eindruck, dass es sich hier um ein aktuelles Beispiel handelt.“

Man habe von Seiten der Redaktion anscheinend auch gezielt Ärztekritiker, um nicht zu sagen Ärztehasser, für die Berichterstattung ausgewählt und damit die Berichterstattung sehr einseitig gefärbt.

„Auch die Reihung der verschiedenen Themenfelder zeigt, dass man eine vorgefertigte Meinung darstellen wollte und nicht neutral berichtet hat,“ sagt Enger. „Wenn nach fragwürdigen Werbeprospekten aus der Regenbogenpresse, bei denen Fotomodelle in Arztverkleidung medizinisch unsinnige Produkte anbieten, auf das Angebot von Selbstzahler-Leistungen gewechselt wird, die sehr wohl medizinisch indiziert, aber nicht von den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse gedeckt sind, so ist dies kein Paradebeispiel für eine neutrale Berichterstattung, die die Bevölkerung informieren soll.“

Die Interessengemeinschaft Medizin sehe in dieser aggressiven und unseriösen Berichterstattung eine Verletzung des Pressekodex. „Wir prüfen deshalb derzeit eine Beschwerde beim deutschen Presserat, um eine Richtigstellung der fragwürdigen Inhalte, eine saubere Hintergrundrecherche und eine wirklich seriöse Berichterstattung zu diesem Thema zu erwirken“, erklärt Dr. Rolf Mahlke, Pressesprecher der IG Med i.G.

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