BASEL III

Praxisfinanzierung: Ihnen drohen neue Kreditrestriktionen!

Ausreichendes Eigenkapital der Bankinstitute soll zukünftig dafür sorgen, dass sich eine Finanzkrise möglichst nicht wiederholt. Das bedeutet allerdings auch neuen Risiken für die Praxisfinanzierung.

Geht‘s nach Jean-Claude Trichet,
dem Chef der Europäischen Zentralbank, werden die neuen Regeln des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht „der langfristigen finanziellen Stabilität dienen“ und dafür sorgen, dass diverse Banken künftig nicht wie in der aktuellen Krise nur mit Steuergeldern überleben. So sollen die Geldinstitute ab 2013 ihre Geschäfte mit einem „Kernkapital“ aus Aktien und einbehaltenen Gewinnen in Höhe von 4,5 Prozent absichern. Plus 3,5 Prozent weiteres Eigenkapital und 2,5 Prozent Puffer für besondere Krisensituationen.

Im Saldo sollen also 10,5 Prozent eigene Mittel vorgehalten werden. So soll „Basel III“ an die Stelle der bisherigen Regeln („Basel II“) treten, die nur acht Prozent Eigenkapital- hinterlegung bei zwei Prozent Kernkapital vorschreiben. Das zwingt zur Beschaffung gewaltiger Beträge: Laut Bundesverband Deutscher Banken brauchen alleine die zehn größten deutschen Banken rund 100 Milliarden Euro.

Diese Anstrengung macht Sinn, wird den Niedergelassenen aber auch neue Risiken bei der Kreditbeschaffung bescheren. Es besteht die Gefahr, dass die nach wie vor nicht überwundene Kreditverknappung auch in den kommenden Jahren anhält. Höheres Eigenkapital, das von den Banken grundsätzlich verzinst werden muss, bedeutet im Umkehrschluss weniger Kreditvergaben mit zu erwartenden geringeren Zinserträgen für die Finanzbranche. Dies lässt befürchten, dass entweder an der „Zinsschraube“ gedreht wird und/oder bei Kreditvergaben noch mehr als bisher die Kreditvergaberichtlinien verschärft werden, um Ausfallrisiken zu verringern. Deshalb: Ärzte aufgepasst.

Dazu gilt es zunächst, zukünftige Kreditlinien einschließlich der erforderlichen Darlehen schon heute abzusichern. Das ist vor allem mit Forwarddarlehen möglich, die eine Verlängerung bereits laufender Darlehen nicht erst zum Ablauftermin in den kommenden Jahren, sondern schon beim heute nach wie vor niedrigen Zinsniveau erlauben. Um die dabei anfallenden Kosten möglichst gering zu halten, ist ein sorgfältiger Preisvergleich naturgemäß sinnvoll.

Komplizierter ist die Situation bei kurzfristigen Liquiditätskrediten wie dem Bar- oder Überziehungskredit auf dem Praxiskonto. Hier sind nach wie vor eher variable Vereinbarungen üblich, die beiden Geschäftspartnern die Möglichkeiten kurzfristiger Kündigungen bieten. Ärzte, die dagegen auf Planungssicherheit Wert legen, sollten eine Lösung etwa durch Vereinbarung fester Kreditlaufzeiten anstreben.

A&W-KOMPAKT

Egal ob Basel II oder III, …
… Kreditvergaben orientieren sich auch weiterhin vor allem an der Kreditwürdigkeit der Praxen. Die hängt von der Qualität des Ratings oder Scorings ab, mit dem betriebswirtschaftliche Situation und unternehmerische Qualität des potenziellen Kreditnehmers beurteilt werden. Genau da gibt es aber nach wie vor Defizite. Der Weg zur exakten Ermittlung einer Ratingnote oder die genaue Gewichtung einzelner Ratingfaktoren bleiben je nach Geldinstitut noch immer im Dunkel. Hier besteht ein entsprechender Nachholbedarf, den Ärzte von ihren Bankpartnern einfordern sollten.

Anzeige

CGM ermöglicht TI-Anbindung ohne Aufpreis

Bereits 30.000 Ärzte und Zahnärzte ließen ihre Praxis durch CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) kostenneutral an die Telematikinfrastruktur (TI) anbinden. Sowohl Basisausstattung als auch die l... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Anlageberatung

Schlechte Noten für die Banken


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Niedringzinsphase

Zinsen über vier Prozent


Online-Verdienstrechner

Online-Verdienstrechner für Niedergelassene


Anzeige