PRAXISFÜHRUNG

Ihr Steuerberater soll nicht alles machen!

Praxisbuchhaltung – eines der unbeliebtesten Themen im Alltag niedergelassener Ärzte. Rechnungswesen nervt, all die Steuervorschriften sind Abschreckung genug. Also ab zum Steuerberater? Nicht nur…

Man muss kein Steuerprofi sein, um das Rechnungswesen professionell zu nutzen. Für Niedergelassene ergibt sich der Vorteil nämlich nicht daraus, dass sie alles selber buchen – das überlässt man Buchhaltern. Sondern dass man versteht, was „hinten raus kommt“: Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), Saldenlisten, Gewinn- und Verlustrechnungen, Liquiditätspläne, Nachkalkulationen und ähnlich schöne Kreationen.

Hier muss man nicht Betriebswirtschaftler sein, um die Ergebnisse zu verstehen. Hinter den komplizierten Steuervorschriften versteckt sich nämlich kaufmännische Systematik, die unabhängig von diesen Vorschriften funktioniert. Und viel leichter zu verstehen ist, als das Handelsrecht als „Bibel“ der Bilanzbuchhalter.

Verständlich machen dies etwa die Abschreibungen: die Wertverluste an Investitionsgütern. Die gehen meist unbemerkt vor sich. Ein typisches Beispiel ist der Wert der Praxis-EDV, der sich Monat für Monat reduziert, einfach weil die Anlage älter wird. Dafür erhält man von niemandem eine Rechnung und es fließt auch kein Geld – dieser Wertverlust „passiert“ einfach. Erfasst man ihn in der Buchführung nicht, weist die Praxis am Jahresende mehr Vermögen aus, als tatsächlich vorhanden ist. Also gilt es diesen Wertverlust zu erfassen, da er den Gewinn mindert – das ist das kaufmännische Prinzip der Abschreibung. Geld fließt dabei nicht.

Solche Grundlagen des Rechnungswesens muss jeder Praxisinhaber verstehen. Weniger Gewinn bedeutet zwar weniger Steuerlast, aber eben auch weniger Kreditwürdigkeit und weniger Gewinnausschüttung. Nicht verstehen müssen Selbstständige hingegen, welche detaillierten gesetzlichen Regeln den Abschreibungen zugrunde liegen; dafür gibt es den Steuerberater. Da gibt es komplizierte rechtliche Regeln, wie hoch ein bestimmter Gegenstand unter welchen Umständen abgeschrieben werden darf und oft gibt es Wahlmöglichkeiten.

Das wird umso bedeutsamer, je höher das Anlagevermögen ist. Überblicken Praxisinhaber diese Prinzipien, können sie professionelle Entscheidungen richtig treffen. Müssen Abschreibungen gebucht werden, legt man fest, welche Ziele erreicht werden sollen: Kreditwürdigkeit erhöhen, Steuern sparen, Ausschüttungen minimieren oder möglichst exakt den tatsächlichen Wertverlust erfassen?

Die angestrebten Ziele teilt man den Profis mit und diese beraten dann, welche gesetzlichen Wahlmöglichkeiten es gibt. So wird gemeinsam festgelegt, welche Abschreibungspolitik die Praxis im Rahmen der Gesetze einschlägt.

A&W-KOMPAKT

So muss professionelle Zusammenarbeit…
… zwischen Nichtkaufleuten und Steuerberatern funktionieren: Niedergelassene können und sollten auch ohne rechtliche Fachkenntnisse, doch mit Kenntnis der Systematik Einfluss darauf nehmen, wie ihr Rechnungswesen aufgestellt ist. Dies funktioniert für alle Themen, für Kalkulationen, Kostenrechnungen, Liquiditätspläne und Finanzierungen und viele Aufgaben mehr.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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