Verfahren, die Ärzte kennen sollten

Im Namen des Volkes: Diese Steuerurteile sind 2018 wichtig

Besonders relevante Steuerfragen klärt der Bundesfinanzhof in München. Auch in diesem Jahr haben die Richter spannende Fälle auf dem Tisch. Diese Verfahren sollten Sie kennen.

Rein rechnerisch arbeitet der Bundesfinanzhof pro Tag knapp sieben Verfahren ab – wenn man unterstellt, dass die Richter der insgesamt zehn Senate an sieben Tagen pro Woche Dienst tun. Zwar verstehen Normalsterbliche längst nicht immer, worum es in den Verfahren geht: Das deutsche Steuerrecht gilt zu Recht als das komplizierteste der Welt. Es kann sich aber dennoch lohnen, ausgewählte Verfahren zu beobachten. Denn eine der wichtigsten Aufgaben der Bundesrichter ist die Rechtsfortbildung in Steuerfragen – und die kann durchaus auch einmal zugunsten der Steuerpflichtigen ausfallen.

arzt-wirtschaft.de hat wichtige anhängige Verfahren zusammengetragen, die auch für Ärzte interessant sein könnten.

Ist der Zuschuss eines Arbeitgebers zur privaten Zusatzversicherung eines Angestellten steuerpflichtig?

Wichtig für alle Praxisinhaber, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen: Was gilt, wenn ein Arbeitgeber die Beiträge seiner Arbeitnehmer zu einer Zusatzkrankenversicherung bezuschusst? Der VI. Senat muss klären, ob es sich dabei um steuerpflichtigen Barlohn handelt oder ob der Zuschuss im Rahmen der relevanten Freigrenzen steuerfrei bleiben kann (Az.: VI R 16/17).

Darf das Finanzamt Pausenbrote besteuern?

Auch damit beschäftigen sich hochdekorierte Bundesrichter: Ist ein trockenes Brötchen nebst Heißgetränk ein Frühstück? Und wenn ja, was bedeutet das aus steuerlicher Sicht? Die Frage kam auf, weil ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern täglich unbelegte Brötchen zur Verfügung gestellt und es zudem erlaubt hat, dass die Belegschaft sich an einem Automaten Heißgetränke zapft. Kostenlos. Eigentlich eine nette Geste – doch das Finanzamt will selbst an den harmlosesten Vergnügungen beteiligt werden. Deshalb ist nun zu klären, ob und wenn ja, in welchem Umfang ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug vorliegt (Az.: VI R 36/17).

Welche Handwerkerleistungen mindern die Steuerlast?

Durch Schwarzarbeit entgehen dem Fiskus Jahr für Jahr Unsummen. Um Anreize für die „Arbeit auf Rechnung“ zu schaffen, gibt es daher Steuererleichterungen, wenn jemand ganz legal einen Handwerker für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im eigenen Haushalt anheuert. Doch gilt dieses Privileg auch, wenn ein Baukostenzuschuss für den Anschluss eines Grundstücks an die öffentliche Abwasserentsorgung gezahlt wird? Das muss nun der BFH klären und entscheiden, ob die in diesem Zusammenhang entstandenen Kosten für die Herstellung einer Mischwasserleitung eine Steuerermäßigung rechtfertigen (Az.: VI R 18/16).

Sind Heileurythmisten Freiberufler?

Die Methoden von Rudolf Steiner haben glühende Anhänger und vehemente Kritiker. So auch die Heileurythmie, eine „lebendige Äußerungen der Anthroposophie.“ Sie beschäftigt nun auch den BFH. Er muss entscheiden, ob ein Heileurythmist ein Freiberufler ist, weil er einen Beruf ausübt der mit den im Gesetz genannten Katalogberufen des § 18 EStG etwa „Heilpraktiker“, „Krankengymnast“ oder einem anderen als ähnlich anerkannten Beruf vergleichbar ist (Az. VIII R 26/15).

Anzeige

Die Förderung für die Telematikinfrastruktur (TI) sinkt - das Herzens-Angebot der CGM kommt

Ab 01. Juli 2018 sinkt die Förderung der TI-Ausstattung erneut. Diese Unwägbarkeit will CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) mit dem Herzens-Angebot ausräumen und gibt allen Ärzten das TI-Versp... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Durchschnittliche 53 Tage bis der Steuerbescheid kommt

Die schnellsten Finanzämter Deutschlands


Grafik der Woche

Strukturen zur Steuervermeidung in der EU


Gutachter- und Sachverständigentätigkeit niedergelassener Ärzte

Finanzamt: Diese Medizinischen Gutachten sind umsatzsteuerpflichtig


Sonderantrag beim Finanzamt

Abfindung: Ermäßigter Steuersatz bei Teilzahlungen


Streit um das Erbe

Zivilprozesskosten sind keine außergewöhnliche Belastung


Anzeige