Eindeutiger Trend

Immer mehr Patienten wollen IGeL

Gesetzlich Krankenversicherte sind immer mehr bereit, für zusätzliche Leistungen beim Arzt zu zahlen. Besonders häufig geben sie dabei Geld für Vorsorgeuntersuchungen aus. Die Hauptzielgruppe sind dabei Frauen.

Niedergelassene Ärzte bieten ihren Patienten immer mehr Selbstzahlerleistungen oder Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an. Das hat das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer repräsentativen Umfrage unter gesetzlich Krankenversicherten ab 18 Jahren jetzt herausgefunden.

Die IGeL-Quote ist inzwischen auf 33 Prozent gestiegen

Der Analyse zufolge ist die sogenannte IGeL-Quote in den letzten 15 Jahren kontinuierlich angestiegen: Von 8,9 Prozent im Jahr 2001 und 29,9 Prozent im Jahr 2012 hat sie sich mittlerweile auf 33,3 Prozent erhöht. „Damit haben rund 20 Millionen GKV-Versicherte im letzten Jahr Erfahrung mit privaten Zusatzleistungen gemacht“, erläutert WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Die Expansion des IGeL-Marktes habe sich vor allem beim Angebot für Frauen vollzogen. So böten Ärzte wesentlich häufiger Frauen Selbstzahlerleistungen an als Männern (41,8 Prozent zu 23,2 Prozent).

Mit Abstand am häufigsten bieten Ärzte Ultraschalluntersuchungen (24,8 Prozent) an, meist zur Krebsfrüherkennung bei Frauen, und Leistungen der Glaukom-Früherkennung (17,6 Prozent). Rund elf Prozent der Angebote entfallen wiederum auf Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie Blutuntersuchungen und Laborleistungen (11,2 Prozent). In 8,2 Prozent der Fälle geht es um weitere ergänzende Krebsfrüherkennungen für Frauen.

Im Vergleich der Facharztgruppen sind die Frauenärzte IGeL-Spitzenreiter. Auf sie entfallen 30,1 Prozent aller privatärztlichen Leistungen. Danach folgen dann die Augenärzte mit einem Anteil von 20,5 Prozent. Auf Rang drei liegen die Praktischen Ärzte und Allgemeinmediziner mit 19,1 Prozent. Orthopäden erreichen 10,9 Prozent, Hautärzte 5,7 Prozent und Urologen noch 4,6 Prozent.

Berücksichtigt man die Größe der Arztgruppen, „igeln“ Fachärzte jedoch deutlich häufiger als Praktische Ärzte und Allgemeinärzte. So bieten Augenärzte im Durchschnitt pro Jahr mehr als siebenmal so häufig IGeL-Leistungen an wie Allgemeinärzte. Frauenärzte erreichen mehr als das Fünffache der Allgemeinärzte. Orthopäden, Hautärzte und Urologen liegen beim Drei- bis Vierfachen.

Der WIdO-Analyse zufolge bieten Niedergelassene IGeL hauptsächlich einkommensstarken und gebildeten Versicherten an. Im Schnitt kostete jede angebotene Leistung 65 Euro. Allerdings gab es je nach Art der IGeL große Preisunterschiede. Während die Hälfte der Leistungen maximal 35 Euro kostete, gaben die Versicherten an, für manch andere IGeL drei-und vierstellige Beträge gezahlt zu haben.

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