Alternative Finanzierung

Immobilienfinanzierung: Hauskauf ohne Eigenkapital – das machen die Banken mit

Die Mieten steigen konstant, die Baugeldzinsen hingegen sind historisch niedrig. Kaufen kann in diesem Umfeld eine gute Option sein. Selbst Ärzte, die aktuell keine üppigen Ersparnisse haben oder diese für andere Investitionen vorhalten wollen, bekommen oft ausgesprochen günstige Immobilienkredite.

Wie sich die Zeiten doch ändern. Es ist noch gar nicht lange her, da brauchten Immobilienkäufer mit weniger als 20 Prozent Eigenkapital noch nicht einmal bei der Bank vorsprechen. Einen Kredit hätten sie ohne ausreichend eigene Mittel ohnehin nicht bekommen.

Heute stellen sich die Dinge anders dar. Nicht zuletzt, weil die Immobilienpreise seit Jahren nach oben schnellen und gerade jüngere Käufer oder Existenzgründer, die zum Start in die Selbstständigkeit auch direkt die Praxisräume erwerben wollen, kaum die Möglichkeit haben, die geforderten 20 Prozent des Kaufpreises anzusparen.

Das müssen sie aber auch nicht. Viele Banken haben inzwischen auch für Kaufinteressenten ohne üppige Ersparnisse ausgesprochen spannende Angebote. Ein Arzt, der sich bereit erklärt, pro Jahr mindestens drei Prozent seiner Schulden zu tilgen, bekommt nicht selten ein Darlehen über den gesamten Kaufpreis und muss nur die Nebenkosten, also Notar- und Grundbuchkosten, die Grunderwerbsteuer und ggfls. die Maklerprovision aus eigenen Mitteln bestreiten.

Auch das kann allerdings schon ein Kraftakt sein. Je nach Bundesland (und abhängig davon, wieviel Grunderwerbsteuer anfällt) kann dieser Posten mehr als zehn Prozent des Kaufpreises ausmachen.

Das Kombi-Modell als Alternative

Immer mehr Geldhäuser bieten zudem Modelle an, die zwischen 95 und 100 Prozent des Objektwertes mit der gewünschten Zinsbindung finanzieren – und das bei überschaubaren zwei Prozent Tilgung per anno. Die übrigen Kosten, also den (womöglich) noch nicht finanzierten Restpreis sowie die Kaufnebenenkosten lassen sich, wenn eigene Mittel fehlen, über einen Ratenkredit finanzieren. Das ist zwar etwas teurer, aber auch flexibler.

Flexibel sollte in diesem Modell allerdings auch das Hauptdarlehen sein. Wichtig ist vor allem, dass der Vertrag eine Tilgungsveränderung erlaubt. Nur so ist sichergestellt, dass der Arzt, wenn er seinen Ratenkredit abgezahlt hat, die freiwerdenden Mittel dazu nutzen kann, das Hypothekendarlehen schneller zu tilgen, indem der die Tilgungsquote aufstockt.

Doch auch wenn die Konditionen noch so attraktiv sind, bleibt es dabei: Eine Vollfinanzierung ist ein ambitioniertes Unterfangen und will gut geplant sein. Experten raten daher dringend dazu, nicht allzu knapp zu kalkulieren nicht mehr als 40 Prozent des Familieneinkommens für Zins und Tilgung aufzuwenden.

So können Ärzte auch dann noch ruhig schlafen, wenn es in der Praxis einmal ruhiger zu geht.

Surftipp:

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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