Hans-Böckler-Stiftung

Inflationsgefahr in Deutschland gering

Ein deutlicher Anstieg der Inflation in Deutschland sei kurz- und mittelfristig sehr unwahrscheinlich, meint die Hans-Böckler-Stiftung.

Laut einer Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung, stellen weder die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch die Konjunkturprogramme derzeit ein ernsthaftes Risiko für die Geldwertstabilität dar. Zudem sind laut IMK trotz der besseren konjunkturellen Entwicklung keinerlei Indizien für so genannte Lohn-Preis-Spiralen zu entdecken. „Auch der starke Anstieg der Staatsverschuldung durch die Krise erzeugt in Deutschland keinen Inflationsdruck, da die schuldenfinanzierten Ausgaben überwiegend bereits getätigt wurden“, erklärt Prof. Dr. Gustav Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Es sei nachvollziehbar, dass die Deutschen Angst vor Inflation hätten. „Aber unsere Analyse zeigt, dass diese Sorgen derzeit zum Glück keine ökonomische Basis haben. Die Inflationsgefahr wird deutlich überschätzt“, so Horn.

Ein ernsthaftes Risiko für die Staatsfinanzen der Euro-Staaten geht nach der IMK-Analyse vielmehr von der Möglichkeit aus, dass einzelne Eurostaaten in die Rezession zurückfallen. „Die Gefahr besteht zumindest für einige südeuropäische Volkswirtschaften, und sie wächst, wenn alle Euro-Länder wie geplant gleichzeitig sparen und damit das ohnehin fragile Wachstum bremsen“, sagt Horn. Sollten finanziell angeschlagene Euro-Staaten rezessionsbedingt in akute Zahlungsschwierigkeiten geraten, geriete die Eurozone erneut in eine schwere Krise und die übrigen Länder müssten einspringen. „Auch Deutschland wäre dann kaum in der Lage, über die eigenen Verbindlichkeiten hinaus die Schulden einer Vielzahl anderer Länder zu übernehmen“, warnt Horn. Der gesamte Euroraum könne über Jahre hinweg in eine Stagnation oder gar Deflation abrutschen, die auch die Schuldenproblematik verschärfen würde.

So sei es gerade auch im deutschen Interesse, wenn die Bundesrepublik und andere EU-Staaten mit deutlichen Leistungsbilanzüberschüssen und vergleichsweise stabilen Staatsfinanzen zunächst nicht auf einen Konsolidierungskurs einschwenken. Stattdessen sollten diese Länder, vor allem durch stärkere öffentliche Investitionen, die Rolle des Konjunkturmotors im Euroraum übernehmen, raten die Forscher. „Mit dem Rückenwind eines stabilen Aufschwungs bringen wir es viel weiter“, so Horn.

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