Bundesgerichtshof

Internetportale dürfen Arztpreise vergleichen

Die Zahnarztplattform „2te-zahnarztmeinung.de“ darf Preise und Leistungen von Ärzten vergleichen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ähnliche Online-Angebote für Humanmediziner folgen.

Patienten können auf der Internetseite 2te-zahnarztmeinung.de einen bereits vorliegenden Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes einstellen. An der Plattform beteiligte Zahnärzte geben daraufhin eigene Kostenschätzungen ab. Die fünf günstigsten Angebote erhält der Patient. Wählt er eines davon aus, erhält die Plattform 20 Prozent seines Honorars. Anschließend können die Patienten die Behandlung und auch mögliche Abweichungen von der Kostenschätzung bewerten. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erklärte dies jetzt für rechtens. „Die Plattform und die beteiligten Zahnärzte handeln im Interesse der Verbraucher“, so die Begründung der Richter (Az: I ZR 55/08). Mit der Zahlung eines Erfolgshonorars an 2te-zahnarztmeinung.de verstießen die Zahnärzte nicht gegen ihre Berufsordnung.

Von einem „schwarzen Tag für die Patienten” sprach der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, Janusz Rat. Er hatte zusammen mit einem Kollegen gegen das Internetportal geklagt.

A&W-Kommentar
Die an dem Portal beteiligten Ärzte machen Preise für eine Behandlung, ohne den Patienten vorher auch nur gesehen zu haben. Ein Therapievorschlag ohne vorherige gründliche Untersuchung und Diagnose ist unseriös. Das haben die Karlsruher Richter nicht ausreichend gewürdigt.

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