Investitionsverhalten niedergelassener Ärzte

Unsicheres Umfeld: Ärzte investieren immer weniger in ihre Praxen

Niedergelassene Ärzte haben immer weniger Lust in ihre Praxen zu investieren. Das zeigt eine aktuelle Analyse, für die das Zi gemeinsam mit der Universität Bayreuth 900 Ärzte aus 25 Zulassungsgebieten befragt hat.

Über alle ärztlichen Fachgebiete hinweg kristallisieren sich Medizingeräte sowie EDV und IT-Vernetzung als die Bereiche heraus, für die in den vergangenen drei Jahren noch am meisten ausgegeben wurde. Als nächster Punkt auf der Prioritätenliste folgt der Praxiswagen. Ist noch Geld übrig, wird in die Inneneinrichtung, den Ausbau der Praxis und die Instandhaltung der vorhandenen Geräte und Einrichtungsgegenstände investiert – und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Investitionsverhalten ÄrzteBerater sind nicht erwünscht

Berater, die den niedergelassenen Arzt von einer anderen Strategie überzeugen wollen, beißen auf Granit: Auf die Meinung potentieller Ratgeber legen Praxisinhaber der Umfrage zufolge keinen gesteigerten Wert. Sie sehen sich größtenteils als Alleinentscheider. Nur in technikintensiven fachärztlichen Segmenten wie Radiologie und Chirurgie werden gerne mal die Kollegen befragt. Die Meinung der Mitarbeiter liegt an zweiter, die des Technik-Herstellers an dritter Stelle. Lebenspartner und Steuerberater folgen erst an vierter und fünfter Stelle. An Meinungen von Bankberatern, Berufsverbänden und KVen haben Ärzte hingegen selbst bei höheren Ausgaben kaum Interesse. Externe Quellen werden in Zusammenhang mit bevorstehenden Investitionen eher dafür genutzt, die wirtschaftliche Lage der eigenen Praxis mit anderen zu vergleichen.

Diese Ziele werden mit Investitionen verfolgt

Auf die Frage, welche Ziele mit den Investitionen der letzten drei Jahre verfolgt wurden, zeigt sich ein recht homogenes Bild. Die Arbeitszufriedenheit spielt für die Hälfte der Befragten eine bedeutende Rolle. An zweiter Stelle folgt die Steigerung der Behandlungsqualität. Bei 47,8 Prozent der Befragten handelt es sich bei den Ausgaben häufig um notwendige Ersatzinvestitionen. Auch die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien zeigt sich als treibende Kraft für entsprechende Ausgaben. An letzter Stelle der Top-5 folgt die Steigerung der Patientenzufriedenheit. Expansion im Sinne einer Erweiterung von Kapazitäten und Leistungsangeboten spielt immerhin für jede fünfte Praxis eine Rolle. Ähnlich der Anteil der Ärzte, die Investitionen als Vorbereitung für die Praxisübergabe sehen.

Investitionsverhalten ÄrzteWarum niedergelassene Ärzte nicht mehr als notwendig investieren wollen

Geht es um die Frage, warum die Investitionstätigkeit immer weiter zurückgeht, tauchen die altbekannten Probleme auf. So betrachtet jeder fünfte Praxisinhaber die unsichere Nachfolge als Investitionshemmnis. 60 Prozent der Befragten halten sich mit Ausgaben aufgrund einer unsicheren Honorarentwicklung zurück. Diese wird vor allem in technikintensiven Bereichen beklagt. Auch wegen der Steuerbelastung scheuen viele Ärzte zusätzliche Ausgaben. Unzureichende Prognosen der Behandlungspotenziale, Wettbewerbsvorteile und betriebswirtschaftlicher Steuerung komplettieren das von Unsicherheit geprägte Umfeld.

Immerhin: In Fortbildungen und Praxismarketing will der Großteil der niedergelassenen Ärzte auch künftig regelmäßig investieren.

 

 

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