Bedarf an Pflegeplätzen steigt

Gesundheitsimmobilien: Pflegeheim als Investment

In bestimmten Regionen können sich Investitionen in Pflegeimmobilien auch für Ärzte lohnen. Bedarfsanalysen verschiedener Unternehmen kommen zu dem Ergebnis, dass besonders im Westen ein Mangel an Pflegeplätzen herrscht. Projekte, die zusätzliche Pflegeheimplätze schaffen, sind für Investoren attraktiv.

Unsere Gesellschaft ist alt und wird zukünftig auf noch mehr Pflege angewiesen sein. Innerhalb von 20 Jahren soll sich die Zahl pflegebedürftiger Personen in Deutschland von rund 2,9 Millionen Menschen im Jahr 2015 auf 3,8 Millionen im Jahr 2035 erhöhen. Rund ein Drittel davon wird einen Heimplatz benötigen. Zu diesem Ergebnis kommt der Pflegeheim-Atlas Deutschland 2018. Die Unterschiede zwischen den regionalen lokalen Märkten sind dabei gewaltig, genauso wie die speziellen Anforderungen an ihren Standort.

Zusatzbedarf in Berlin

Im Verhältnis zum bereits vorhandenen Angebot müssen innerhalb der nächsten 20 Jahre vor allem in Berlin, Baden-Württemberg, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Bayern, Hessen und Niedersachsen überdurchschnittlich viele neue Plätze zur Verfügung gestellt werden. Mit Pflegeplätzen relativ gut ausgestattet sind hingegen bereits zahlreiche Gebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Diese Aussichten locken derzeit viele Investoren. 2018 hat der deutsche Investmentmarkt für Pflegeheime und Seniorenzentren das Transaktionsvolumen des Vorjahres um 149 Prozent übertroffen. Insgesamt lag das Investitionsvolumen bei 2,1 Milliarden Euro. Damit erreicht der Markt laut Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE das zweitbeste Ergebnis seit Aufzeichnungsbeginn.

Gute Rendite für Anleger

Im Vorjahresvergleich ist die Spitzenrendite zwar erstmals gesunken – trotzdem eigenen sich Pflegeimmobilien als Investmentobjekt weiterhin. Das Segment der Pflegeheime war mit 84 Prozent auch im vergangenen Jahr das beliebteste Investitionsziel. Dagegen sank der Anteil vom Segment Seniorenresidenz bzw. Wohnstift um elf Prozentpunkte und datiert nun bei 15 Prozent.

CBRE schätzt den gesamten Transaktionsmarkt für Gesundheitsimmobilien für 2018 auf rund 3,2 Milliarden Euro. Immobilienaktiengesellschaften zeichneten sich als aktivste Käufergruppe am Pflegeimmobilienmarkt aus – mit rund 55 Prozent. Immerhin ein Plus von satten 18 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreswert.

Chance und Risiken abwägen

Wie bei allen anderen Aktien an der Börse gilt es, Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwiegen. Ein Immobilien-Investment in Pflegeappartements kann in vielen Fällen durchaus sinnvoll sein, insbesondere zur Altersvorsorge.

Um bereits mit geringeren Beträgen ein Immobilienportfolio aufzubauen, kann Crowdinvesting eine Alternative mit hohen Renditen sein. Privatanleger können hier über diverse Online-Plattformen in Immobilien-Projektfinanzierungen investieren. Dabei wird keine Immobilie erworben, sondern die Entwicklung eines Neubaus mitfinanziert. Die Investments haben Anleihecharakter und werden oftmals attraktiv verzinst – zwischen 4,5 und 9 Prozent Zinsen sind für Anleger drin.

Allerdings ist auch dort Vorsicht geboten: Ende 2017 mussten zwei Crowdinvesting-Unternehmen Insolvenz anmelden. Verbraucherschützer warnen vor allem deshalb vor Immobilien-Crowdfunding, weil Anleger sich in der Regel über sogenannte Nachrangdarlehen beteiligen: Im Insolvenzfall werden zunächst die Ansprüche aller anderen Gläubiger befriedigt, erst dann sind theoretisch die Kleinanleger an der Reihe – praktisch gehen sie meist leer aus. Bei einer öffentlichen Baugesellschaft oder einem Crowdinvesting-Unternehmen mit langfristiger Erfahrung ist ein Totalausfall eher unwahrscheinlich.

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