Ist die LV-Police für Sie noch sinnvoll?

Zum 1. Januar 2007 sank der Garantiezins auf 2,25 Prozent. Diesen mageren Zins gibt es ohnehin nur auf den Sparbeitrag, also abzüglich des Risikoanteils und der Vertriebs- und Verwaltungskosten. Bezogen auf den Gesamtbeitrag sind das 0,5 bis 1,0 Prozent der Gesamtverzinsung. Die klassische Lebensversicherung wird also immer unattraktiver. Schon bisher sprangen viele Kunden vorzeitig ab: etwa zehn Prozent bereits in den ersten beiden Jahren, insgesamt 50 Prozent. Nur 20 Prozent aller Sparer halten tatsächlich bis zum Ende durch.

In den Medien ist die klassische Police bereits durchgefallen. „Lebensversicherung ist was für Dumme“, wird getitelt. Generell läuft der Trend zur Privatrente, vor allem zur lange Zeit geschmähten Riesterrente und zunehmend auch zur neuen Basis- oder Rüruprente. Nach dem wegweisenden Urteil des Bundesgerichtshofes vom 12. Oktober 2005 (Az. IV ZR 162/03) kann der kündigende Kunde wenigstens nach Abrechnung und Abzug bestimmter Kostenanteile mit der Zahlung von ungefähr 40 Prozent seiner eingezahlten Beitragssumme rechnen (siehe A&W 11/2005). „Das Urteil kann sich auf rund 15 bis 20 Millionen zwischen 1994 und 2001 neu abgeschlossener Verträge für Kapitallebensversicherungen auswirken“, frohlocken die Verbraucherverbände. Bisher waren Versicherte in den ersten Jahren vollkommen leer ausgegangen.

Ursache für dieses keineswegs untypische Nullsummenspiel war die Praxis der Versicherer, in der ersten Beitragszeit Abschlusskosten sofort abzuziehen. Hinzu kommt im Falle vorzeitiger Kündigung noch eine Stornogebühr. Tatsächlich hat der Versicherte anfänglich zunächst hohe Vertragsnebenkosten abbezahlt.

Zentrales Problem: Das Gerichtsurteil sagt nichts darüber aus, wie hoch die Rückzahlung sein könnte und wie lange die Kündigungszeit zurückliegen kann. Normalerweise dürften das fünf Jahre sein seit dem Vertragsstorno. Würde dies zutreffen, „würden viele Versicherungsnehmer ein zweites Mal leer ausgehen“, wie das Nachrichtenmagazin Focus meint. Versicherungsexperten raten den Betroffenen, eine Neuberechnung des Rückkaufswertes beim Versicherer zu fordern. Kommt einem die neue Rechnung zu gering vor, muss man sich wehren. Empfehlenswert wäre etwa der Weg zum Ombudsmann Wolfgang Römer (Telefon 01804 224424), weil auch dann die Verjährung ausgesetzt ist, wenn die Sache bei ihm liegt.

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