5 Tipps, die Sie unbedingt befolgen sollten

Ist Ihr Steuerberater ein echter Experte für Zahnarzt- und Arzt-Finanzen?

In diesem Artikel erklärt Arzt- und Zahnarztpraxis-Experte André Bernert, woran Sie erkennen, ob Ihr Steuerberater wirklich ein Experte für finanzielle Belange von niedergelassenen Ärzten ist. Und, warum das für Ihre Praxis überhaupt so wichtig ist.

Das Thema Steuern ist so komplex, dass nicht einmal die Steuerberater alles beherrschen. Die meisten von ihnen spezialisieren sich auf ein bestimmtes Gebiet. Dabei gilt: Je höher das Finanz-Volumen, desto lukrativer ist der Kunde. Aus diesem Grund sind Zahnärzte und Ärzte so interessant für diese Berufsgruppe.

Doch woher weiß ich als Praxisinhaber denn, dass sich mein Steuerberater wirklich mit Zahnärzten/Ärzten auskennt und mich gut beraten kann? Die meisten Ihrer Kollegen vertrauen einfach darauf, dass der Steuerberater schon weiß, was er tut. Andere Ärzte setzen sich mit dem Thema intensiv auseinander und “studieren” selbst die entsprechenden Steuerregeln.

Ich empfehle Ihnen folgendes:

Informieren Sie sich zunächst über das wichtigste Instrument des Steuerberaters, die BWA. Lesen Sie dazu beispielsweise diesen Artikel: Betriebswirtschaftliche Auswertung: Ist Ihre Praxis finanziell sicher? (Lesezeit ca. 3 Minuten).

Das sollten Praxisinhaber von Ihrem Steuerberater fordern

Und wenn Sie das gemacht haben, befolgen Sie auch noch die folgenden 5 Tipps:

• Lassen Sie von Ihrem Steuerberater den Standardkontenrahmen 3 (SKR 3) anwenden. Noch besser wäre ein spezieller Kontenrahmen, angepasst an Ihre Praxis. Früher wurde das noch so gemacht bzw. gab es einen speziellen Rahmen für Zahnärzte und Ärzte.
• Fordern Sie eine klare Differenzierung Ihrer Einnahmen nach Kasse, Privat, IGeL, SZ, AVL, Zuzahlungen, OPs etc.
• Lassen Sie debitorisch und kreditorisch buchen, damit Sie eben nicht erst 4 bis 5 Monate später wissen, welche Umsätze Sie wirklich gemacht haben. Denn was auf Ihrem Konto passiert, können sie im Online Banking genauso gut sehen wie in der Standard-BWA.
• Die Personalkostenquote wird von Steuerberatern häufig als erstes ins Auge gefasst, wenn es um Sparmaßnahmen geht. Dabei ist sie in 98 % der Fälle nicht entscheidend für eine bessere Wirtschaftlichkeit. Bitte werfen Sie nicht einfach Mitarbeiterinnen raus, sondern fragen Sie einen Praxisexperten.
• Die “sonstigen Kosten” sollten weiter differenziert werden und maximal 3.000-5.000 Euro betragen.

Ein guter Steuerberater will die bestmögliche Leistung liefern

Die meisten Steuerberater sind offen für solche Hinweise, da sie natürlich Interesse daran haben, Sie bestmöglich zu beraten. Deshalb leiten Sie diesen Praxis-Brief gerne an Ihren Steuerberater weiter. Nur wenn er sich strikt weigert, etwas zu verändern, haben wir zum Glück nur einmal erlebt, rate ich Ihnen den Steuerberater zu wechseln. Wenn Sie nicht weiterkommen, nehmen Sie uns gerne als Praxisexperten hinzu.

Bleiben Sie patientenorientiert und lassen Sie sich dabei helfen, wo Ihre Praxis es braucht (Ihre Patienten tun das ja auch).

*Autor: André Bernert, MMP-Geschäftsführer

The following two tabs change content below.

André Bernert

André Bernert

André Bernert, geb. 1971, hat sich während seines BWL-Studiums an den Universitäten in Göttingen und Kiel (Hauptstudiengang Agrarökonomie – Schwerpunkt Informationsmanagement und Unternehmensbewertung) auf die Einrichtung und Betreuung von Firmennetzwerken, sowie die Bewertung von Freiberufler-Unternehmen spezialisiert. Nach Projektarbeiten in den Bereichen Organisation, Controlling und Liquiditätsplanung fokussierte er sich auf die Bewertung und Beratung von Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten. Er war fünf Jahre für den vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen Horst Stingl tätig. Sein Beratungsschwerpunkt lag in der Gestaltung von ambulanten Kooperationsformen. Die Erfahrungen, das Know-how und der Faible für einfache Prozesse haben André Bernert zur Entwicklung eines unvergleichbaren Management-Systems für Arzt- und Zahnarztpraxen geführt. In über 17 Jahren hat er zahlreiche Instrumente entwickelt, die Praxen erfolgreicher machen und Praxisinhaber ent-stressen.

Weitere Artikel zum Thema:

Investitionsabzugsbetrag

Jetzt noch in die Praxis investieren und Steuern sparen?


Letzte Chance auf Steuerersparnisse

Steuertipps für Mieter und Hauseigentümer


Clever sparen

Sieben klassische Steuertipps für Selbstständige


Letzte Chance auf Steuerersparnisse

Jahresende: Steuertipps für Vermieter


Urteil

Bundesfinanzhof stoppt Dienstwagen für Ehefrau mit Minijob