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Jameda: Ärzte erhalten Patientenfeedback künftig vor Veröffentlichung


Frau schaut entsetzt auf PC-Monitor

Die Begeisterung der meisten Ärzte für Jameda hält sich in Grenzen. Zu den Gründen dafür zählt u.a. die Veröffentlichung von kritischen Patientenmeinungen. Zu denen konnten Ärzte sich bisher erst nach Veröffentlichung der Bewertung äußern. Das soll sich jetzt ändern.

Das Arzt-Bewertungs-Portal jameda hat angekündigt, bei der Prüfung des Patienten-Feedbacks künftig neue Wege zu gehen. Ab sofort erhalten alle auf jameda registrierten Ärzte und Heilberufler eine E-Mail über den Eingang und den Inhalt einer neuen Patientenbewertung – und zwar bevor diese auf ihrem Profil veröffentlicht wird.

Widerspruch bisher nur nach Veröffentlichung möglich

Bisher bekamen Ärzte Kritik erst mit, wenn sie bereits veröffentlicht und für andere Patienten damit sichtbar war. Jetzt gibt es zumindest etwas Vorlauf: Ab Erhalt der Benachrichtigung kann der Arzt bzw. die Ärztin innerhalb einer 24-stündigen Frist reagieren.

Ärzte können dabei aus drei Möglichkeiten wählen: Den Beitrag direkt und ohne Wartefrist veröffentlichen lassen, diesen kommentieren oder, wenn man z.B. an eine Fake-Bewertung glaubt, ihn dem jameda Qualitätsmanagement zur weiteren Prüfung melden. Diese drei Optionen hatten Ärzte bisher auch schon, aber eben erst nach Veröffentlichung des Patientenbeitrags.

Nehmen Ärzte jameda Arbeit ab?

Erste Kritik zu dem neuen Weg wird bereits laut. Besonders viel Zeit räumt jameda den Ärzten für die Sichtung mit 24 Stunden nämlich nicht ein. Außerdem profitiert das Unternehmen ebenfalls, weil es den Ärzten so die Vorarbeit der Plausibilitätsprüfung überlässt, so die Vermutung. Denn der bei ihnen oftmals so verhassten Veröffentlichung der Bewertungen grundsätzlich widersprechen können Ärzte auch weiterhin nicht.

Wie jameda erklärt, ist das Misstrauen der Ärzte aber unberechtigt: “Mit der Neuerung dass wir von jameda Ärzte bei Eingang eines neuen Patientenerfahrungsberichtes vor Veröffentlichung informieren, setzen wir einen Wunsch um, den die Ärzteschaft an uns herangetragen hat. Durch dieses Entgegenkommen nehmen uns die Ärzte keine Arbeit ab – selbstverständlich prüft das jameda Qualitätsmanagement weiterhin auch schon vorab auf Authentizität. Mit der Anpassung setzen wir vielmehr verbesserte Qualitätsstandards um.”

jameda ist das Feedback der Ärzte wichtig

Auch Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer von jameda betont die positiven Aspekte der Neuerung: „jameda ist davon überzeugt, dass authentische und konstruktive Patientenerfahrungsberichte einen wertvollen Beitrag für mehr Qualität im Gesundheitswesen leisten und Patienten so die wichtige Wahl des passenden Arztes erleichtern. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass diese Art der Transparenz Ärzte vor Herausforderungen stellt. Daher stehen wir schon immer in einem engen Austausch mit Ärzten und deren Vertretern. Mit dem Angebot, Ärzten schon vor Veröffentlichung eines Berichtes die Möglichkeit zur Reaktion zu geben, möchten wir daher nicht nur die Qualitätsprüfung um eine weitere Instanz verbessern, sondern Ärzten auch das Signal geben, dass wir ihre Anliegen sehr ernst nehmen und – wenn möglich – immer bereit sind, jameda mit ihrem Feedback weiterzuentwickeln.”

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